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News und aktuelle Informationen

Die DKB Bundeschampionate 2017 in Warendorf

DKB-BCH 2017: Start gelungen

Donnerstag, 31. August 2017

Tageszusammenfassung Mittwoch / Stimmen Auftakt-Pressekonferenz

2.000 Besucher erlebten bei warmen Sommerwetter den Start der DKB-Bundeschampionate 2017 in Warendorf. Auf dem Programm standen am Mittwoch drei Prüfungen. Während bei den sechsjährigen Springpferden die erste Qualifikation für das Finale am Sonntag ausgetragen wurde und auch die ein Jahr jüngeren, fünfjährigen Parcourskünstler ihren ersten Auftritt hatten, lösten auf dem Viereck die sechsjährigen Dressurpferde bereits die ersten Finaltickets.
In der ersten Qualifikation der sechsjährigen Springpferde konnten sich auf dem Springplatz Burandtwiese drei von hundert Reiter-Pferde-Paaren über eine Siegerschleife freuen. In der ersten Abteilung gewann das Oldenburger Springpferd Quickborn von Quintender – Cardino (Züchter: Werner Tapken, Besitzer: LH Reitsport GmbH & Co. KG) die Springprüfung der Klasse M. Mit Reiter Andreas Kreuzer (Herford) gelang dem Hengst Quickborn die schnellste fehlerfreie Runde: 60,66 Sekunden. In der zweiten Abteilung sicherten sich der Holsteiner Wallach Chicago von Cachas – Carvallo BB (Züchter: Sofino S:C./Elmar Haep, Besitzer: Denise Sowka) und Reiter Tino Bode (Halle) mit einer Nullrunde in 62,18 Sekunden den Sieg. Der dritte Sieger hieß Van Moor, ein Hannoveraner Wallach von Van Helsing – Singular Joter I (Züchter: Klaus Below, Besitzer: Hans-Peter Fricke). Er kam mit Reiter Josch Löhden (Heeslingen) in 62,69 Sekunden fehlerfrei ins Ziel. Die Finaltickets werden morgen nach der zweiten Qualifikation vergeben. Die nach Addition der Wertnoten aus erster und zweiter Qualifikation zehn besten Pferde ziehen ebenso wie die 25 punktbesten Paare nach beiden Prüfungen in das Finale am Sonntagnachmittag ein.

In der Finalqualifikation der sechsjährigen Dressurpferde nahmen 38 Pferde an der Dressurpferdeprüfung der Klasse M teil. In der ersten Abteilung setzte sich Flambeau (Züchter: Jörn Wedermann, Besitzer: Bernd Möhlmann) an die Spitze des Feldes. Vorgestellt von Anne-Kathrin Pohlmeier (Rethem) bekam die Hannoveraner Stute von Fürstenball – Wolkentanz I im Schritt die Höchstnote von zehn. In Kombination mit guten Noten für den Trab, den Galopp, die Durchlässigkeit und den Gesamteindruck stand am Ende eine Wertnote von 8,90. In der zweiten Abteilung siegte der Oldenburger Hengst Fior von Fürstenball – Sandro Hit (Züchter: Gestüt Lewitz, Besitzer: Hof Kasselmann) mit Reiter Frederic Wandres (Hagen a.T.W.) und einer Gesamtnote von 8,70. Die zehn Besten sind fürs Finale am Samstag gesetzt. Fünf weitere Finalplätze werden über das Kleine Finale am Freitag vergeben.
Die erste Qualifikation der fünfjährigen Springpferde sah zwei Sieger. Mit Note 9,0 gewann der Hannoveraner Hengst Diamant de Plaisir die erste Abteilung. Vorgestellt wurde der Diamant de Semilly – For Pleasure – Sohn von Thomas Heineking (Stolzenau). Der Hengst ist im Besitz seines Züchters Gerd Sosath (Lemwerder). Sieger der zweiten Abteilung wurde mit Note 8,8 Oak Grove´s Che, geritten von Harm Lahde (Blender). Der Oldenburger Hengst von Christian –Check In aus der Zucht von Erich Stevens (Molbergen) ist im Besitz des Gestütes Eichenhain (Blender). Morgen haben die 5-jährigen Springpferde einen Tag Pause. Die Tickets fürs Finale werden am Freitag nach der zweiten Qualifikation vergeben. In das Finale am Sonntag ziehen die punktbesten 30 Paare aus beiden Qualifikationen ein sowie die fünf besten Paare des kleinen Finales am Samstag.

Hier noch ein paar Stimmen aus der Auftakt-Pressekonferenz

Katrin Burger– DKB-Bundeschampionats-Teilnehmerin, Geschäftsführerin des Ausbildungsstalles Burger und Neubert sowie ehemalige stellvertretende Zuchtleiterin des Oldenburger Verbandes


„Ich denke, dass die deutsche Pferdezucht durch die DKB-Bundeschampionate gewaltige Fortschritte gemacht hat. Außerdem sind sie gut für die Vermarktung von Pferden.“

„Die Bundeschampionate sind ein Highlight in der Zucht und auch für die Besitzer sind die Bundeschampionate interessant, um zu sehen, auf welchem Stand die Pferdezucht ist“


„Die Bundeschampionate sind das Schaufenster der Pferdezucht. Seitdem die Bundeschampionate in Warendorf sind, bin ich jedes Jahr hier geritten.“

Dr. Teresa Dohms-Warnecke
 – Stellvertretende Geschäftsführerin des FN-Bereiches Zucht und Bereichsleiterin Reitpferde bei den DKB-Bundeschampionaten:


„Die DKB-Bundeschampionate sind die Symbiose von Sport und Zucht. In den 22 Jahren, die ich hier bin, haben wir viele Entwicklungen mitgemacht. Die Richtverfahren haben sich geändert, mal gab es ein getrenntes und mal ein gemeinsames Richtverfahren. Jedes Jahr diskutieren wir, ob die Aufgaben für die Pferde noch altersgerecht sind.

So wurde zum Beispiel die Rundbahn abgeschafft und es steht heute mehr das „Gerittensein“ im Vordergrund und die Entwicklung des Pferdes.“

„Hier sind tolle Pferde am Start und wir freuen uns, wenn wir diese Pferde im Sport wiedersehen. Ein gutes Beispiel ist Weihegold OLD mit der Isabell Werth gerade dreifache Europameisterin in Göteborg geworden ist, die auch bereits bei den Reitpferden und den Dressurpferden hier am Start war“

Claudia Hein-Riemann
 – Marketingmanagerin SsangYong Motors Deutschland


„Wir sind im dritten Jahr dabei. Das ist hier das Mekka des Reitsports.“

„Ich bin gerne bei den Dressurpferden, als Züchterin natürlich auch besonders bei den Hengsten. Von SsangYong aus bin ich natürlich auch gerne bei den 7-jährigen Springpferden, da wir dort in diesem Jahr den Preis sponsern“

Carsten Rotermund
 – Turnierleiter der DKB-Bundeschampionate


Gut eingespielt wie die Veranstaltung ist, gibt es wenig Neuerungen. Dennoch:

„Es gibt eine kleine Neuerung. In diesem Jahr gibt es erstmals die sechs- und siebenjährigen Fahrpferde. Außerdem können in diesem Jahr auch die sechs- und siebenjährigen Springpferde den Trainingsplatz benutzen.

Im letzten Jahr gab es ihn bereits für die fünfjährigen Pferde, aber auch sechs- und siebenjährige Pferde können noch unerfahren vor so einer Kulisse sein. Auf dem Trainingsplatz können sie sich bei der dressurmäßigen Arbeit daran gewöhnen. Er wurde heute Morgen auch schon gut angenommen.“
„Wir sind stolz, dass wir so viele Helfer haben. Bei den DKB-Bundeschampionaten sind 450 Helfer, viele seit der Warendorfer Premiere 1994, im Einsatz. Davon sind 2/3 ehrenamtlich dabei.
“
„Wenn man mich sucht, bin ich meistens in der Nähe des Springplatzes.“

Ab morgen sind mit dem Reitpferde- und Vielseitigkeitsplatz vier der fünf Plätze im Einsatz. Unter anderem haben dann die fünfjährigen Dressurpferde und die Vielseitigkeitspferde ihre Finalqualifikationen.
Die DKB-Bundeschampionate werden auch im Internet auf www.clipmyhorse.de übertragen. Weitere Infos: www.DKB-Bundeschampionate.de

Quelle: fn-press

„Am spannendsten sind ganz klar die Reitpferdeprüfungen der Hengste. Da sind die Emotionen am größte, da ist die Zuschauerzahl am größten und auch bei den Besitzern ist die Anspannung am größten.“

DKB-BCH 2017: Jetzt geht’s los

Mittwoch, 30. August 2017

450 Helfer sorgen für einen reibungslosen Verlauf

Als Cheforganisator hat Carsten Rotermund alle Hände voll zu tun und dabei alles im Griff: Der Aufbau steht, die über 450 Helfer stehen hochmotiviert in den Startlöchern und das Wetter schickt warme Spätsommergrüße und sonnige Aussichten für die gesamte Championatswoche. Es kann also losgehen mit den DKB-Bundeschampionaten 2017, zu denen in diesem Jahr 923 Reit-, Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitspferde bzw. ponys und Fahrpferde erwartet werden. An fünf Tagen finden auf fünf unterschiedlichen Plätzen insgesamt 57 Prüfungen statt, am Ende werden 21 neue Bundeschampions gekürt.

„Es gab so viele Veranstaltungen in den letzten Wochen, die mit Regen zu kämpfen hatten. Wir scheinen da Glück zu haben. Wir kämpfen jetzt schon eher mit Trockenheit und sind schon fleißig dabei, Wasser auf den Wegen und Plätzen zu fahren um überall optimale Bodenbedingungen zu schaffen“,

beschreibt Carsten Rotermund die Lage vor Ort. Trotz Arbeitsstress freut sich der Leiter des FN-/DOKR-Veranstaltungsbüros – wie in jedem Jahr –auf die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 24. Mal auf dem Gelände des DOKR-Bundesleistungszentrums ausgerichtet wird.

„Das ist das Highlight des Jahres – sowohl für den bundesdeutschen Pferdesport als auch für den Warendorfer Veranstaltungskalender“,

unterstreicht er die Bedeutung des Jungpferde-Championats. „Wir von Seiten der Organisation wollen mit unserer Arbeit die besten Voraussetzungen für die besten jungen Pferde schaffen“, sagt er und betont noch einmal das traditionelle Ziel, jedes Jahr ein bisschen besser werden zu wollen. „Bei einer Veranstaltung, die schon so viele Jahre erfolgreich läuft, darf man nicht den Fehler machen, nur auf Routine zu setzen. Dann übersieht man Dinge und lässt es hier und dort schleifen. Also gehen wir die DKB-Bundeschampionate jedes Jahr aufs Neue und mit viel Elan an“. Dass er dabei auf Mitarbeiter setzen kann, die teilweise schon seit über zwei Jahrzehnte mit im Team sind, ist dennoch von Vorteil. Hier weiß jeder, wie es läuft und was er zu tun hat. Dadurch können wir uns ganz auf aktuelle Aufgaben konzentrieren“, sagt er.

Ehrengastbereich: Erst die Gäste, dann der Sport
Stephanie Pigisch, Leiterin des FN-Bereichs Persönliche Mitglieder, und FN-Justiziarin Constanze Winter kümmern sich während der DKB-Bundeschampionate um die Ehrengäste und sind von ihrer Aufgabe begeistert.

„Wir freuen uns, hier einen schön dekorierten Rückzugsort geschaffen zu haben, an dem die FN-Ehrengäste sich treffen, einen Kaffee trinken und gute Gespräche führen können. Das ist eine wunderbare Atmosphäre in der Ehrengast-`Hütte´“,

beschreibt Pigisch den Ehrengastbereich, den nicht nur ehemalige FN-Generalsekretär Dr. Ernst Burandt gerne aufsucht. Nach ihm ist übrigens der Austragungsort der Spring- und Reitpferdeprüfungen benannt: die Burandt-Wiese. Höhepunkt nicht für die Ehrengäste, sondern auch für dortigen Helfer ist die finale Championatsparade, zu der die Ehrengast-Betreuer meist geschlossen antreten.

„Während der DKB -Bundeschampionate konzentrieren wir uns voll und ganz auf unsere Ehrengäste. Da geht der Sport ein wenig an uns vorbei. Wie schön, wenn wir dann alle gemeinsam die Champions beschauen und beklatschen können. Das ist immer ein toller Abschluss“,

so Pigisch.

Fahrdienst: Hupen verboten!
Olaf Kreienkamp drückt während der DKB-Bundeschampionate ganz schön aufs Gas: Schließlich leitet der Warendorfer den Fahrdienst: Der Versandleiter des FNverlags führt eine Flotte von 18 Fahrzeugen (hochmoderne Lifestyle-SUVs in coolem Schwarz ) samt Fahrern, die ihren Dienst in Schichten absolvieren.

„Die Fahrer müssen super konzentriert und aufmerksam sein, deshalb fahren sie immer nur einige Stunden am Stück“,

erklärt Kreienkamp. Das Gros seiner Truppe ist schon seit vielen Jahren am Steuer und holt VIPs vom Flughafen oder Bahnhof, chauffiert Offizielle zu den Hotels und befördert gehbehinderte Personen über das weitläufige Gelände der DKB-Bundeschampionate. „Das ist eigentlich unsere schönste Aufgabe“, sagt der Fahrdienstleister: „Diese Menschen können ja nicht mit ihrem Rollator über die Hackschnitzel-Wege und auch im Rollstuhl ist das schwierig. Für sie sind wir jederzeit gerne da und das wird sehr geschätzt.“ Starke Nerven sind in dem Job als Fahrer übrigens Pflicht. Nicht alle Reiter sind nämlich begeistert, wenn ihnen einen Auto entgegenkommt.

„Hupen ist absolut verboten“,

sagt Kreienkamp. An einen VIP kann er sich noch sehr gut erinnern: Vor fast 20 Jahren war die Schwester des spanischen Königs zu Gast. „Damals sind wir mit einer ganzen Armada an Autos zum Flughafen gefahren, um die damalige FEI-Präsidentin Dona Maria de Pilar und ihre Entourage in Empfang zu nehmen und sie in unser schönes Ems-Städtchen zu befördern.“

Stallbereich: Fulltime-Job
Als Stallmeister des DOKR ist Günter Träber für die meisten Reiter kein Unbekannter: Ob auf Lehrgängen, Warendorfer Turnieren oder eben den alljährlichen DKB-Bundeschampionaten kümmert sich Träber ums Quartier für die vierbeinigen Gäste. Rund 560 Pferde stehen während der DKB-Bundeschampionate unter seiner Regie: „Bis auf die Dressurpferde- und Ponys sind alle bei mir stationiert. Aber da ich das ja schon seit Jahrzehnten manage mit meinen erfahrenen Leuten, sind wir gut eingespielt. Trotz der großen Anzahl an Pferden klappt das reibungslos.“ Die erste Welle rollt in der Regel am Dienstagnachmittag an: „Dann sind wir mit mindestens acht Mitarbeitern vor Ort. Die ‚Läufer‘ gehen zu den ankommenden Autos, holen die Unterlagen ab, lassen Zettel ausfüllen und bringen alles zu mir. Ich ordne die Boxen zentral zu und pflege die Infos in den Computer ein. Inzwischen hat der Veterinär die Pferde meist schon gecheckt. Dann bekommen die Teilnehmer ihre Unterlagen zurück und dürfen einstallen“, schildert Träber die Abläufe. Bis Freitag ist Anreise – diese geht fast direkt in die Abreise über. „Richtig ruhig ist es an den Stallzelten nie. Wir sind immer mit einigen Mitarbeitern vor Ort – auch nachts“, beschreibt Träber den Fulltime-Job im Stallbereich.

Hosenträgerschnittchen, Opern-Canapés und viel zu lachen
Um Viertel vor sechs in der Früh beginnt der Dienst von Tanja Wengel und ihren Damen, die in der Regel die Ersten auf dem Platz sind. Die Chefin des „Brötchenkommandos“ arbeitet normalerweise im Vertrieb des FNverlags – nur während der DKB-Bundeschampionate schlüpft sie in die Rolle der Gastgeberin, schmiert Brötchen und Schnittchen, verteilt Kuchen und Laugenstangen, kocht Heißgetränke und schenkt Kühles aus. „Wir sind alles FN-Mitarbeiter oder Ehemalige und kümmern uns schon seit Jahren gemeinsam ums leibliche Wohl der vielen Offiziellen und Ehrenamtler.“ Mit viel Fingerspitzengefühl und Kreativität. „Ob Hosenträgerschnittchen oder Opern-Canapé, es geht kein Brötchen, keine Scheibe Brot ohne liebevolle Deko raus“, erzählt Wengel. Bis halb 8 Uhr morgens hat sie bereits 300 Brötchen an den Mann gebracht. Während wie am Fließband Brot geschnitten, Margarine geschmiert, Belag aufgelegt und dekoriert wird, gibt es auch viel zu Lachen. Einmal, so erinnert sich Wengel, fanden die Brötchendamen im Morgengrauen eine Hose samt Handy in der Tasche. Nachdem das außergewöhnliche Fundstück etliche Male übers Mikro ausgerufen wurde, holte ein äußerst verlegener junger Mann sein Beinkleid mittags aus dem Verpflegungszelt und konnte sich ein paar scherzender Kommentare nicht erwehren. FN/J. Kaup

Die DKB-Bundeschampionate gehen vom 30. August bis 3. September. Mehr Infos gibt es hier: www.DKB-Bundeschampionate.de

Quelle: fn-press

DKB-BCH 2017: Tanz-Talente fürs große Viereck

Dienstag, 29. August 2017

„Viele Karrieren haben hier in Warendorf begonnen“

Sie sind die Strahlemänner und Dancing-Queens bei den DKB-Bundeschampionaten, die morgen in Warendorf beginnen: die fünf- und sechsjährigen Nachwuchs-Dressurpferde und -ponys, die zwischen verheißungsvoller Versammlungsbereitschaft und atemberaubender Verstärkung bereits in jungen Jahren das andeuten, was jeden reitsportlichen Ästheten mit der Zunge schnalzen lässt. Viele Wiederholungstäter sind übrigens darunter, die bereits als Reitpferd oder -pony für Aufsehen gesorgt haben.

Für das Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde zugelassen sind alle Pferde, die eine speziell ausgeschriebene Dressurpferdeprüfung der Klasse L mit der Wertnote von 8,0 oder besser abgeschlossen haben. Auf den DKB-Bundeschampionaten starten alle Aspiranten dann zunächst in der Finalqualifikation. Die besten zehn (bei 45 Startern) bzw. zwölf Pferde (ab 46 Starter) empfehlen sich direkt fürs Finale. Alle anderen haben die Chance, im „Kleinen Finale“ noch einmal fünf Finalplätze zu erobern.
Die sechsjährigen Dressurpferde müssen in einer entsprechenden als Qualifikation ausgeschriebenen Dressurpferdeprüfung der Klasse M eine 8,0 erreichen. Dann haben sie das Ticket für Warendorf in der Tasche. Der Weg ins Finale verläuft auch für sie nach demselben Prinzip wie bei den Fünfjährigen, nur eben auf M-Niveau.

Beurteilt werden die Rittigkeit und die Grundgangarten unter besonderer Berücksichtigung der entsprechenden Förderungsfähigkeit. Auch der Gesamteindruck als Dressurpferd prägt die Wertnote maßgeblich mit. Hierzu zählen im Einzelnen der Bewegungsablauf, das Gebäude, die Ausstrahlung sowie die Mühelosigkeit und Geschmeidigkeit, mit der das Pferd die verlangten Aufgaben absolviert. Ein taktrein, losgelassen gehendes Pferd, das weich an den Hilfen steht und freudig und korrekt seine Lektionen absolviert, ist genau das, was die Richter gerne sehen wollen.

Wer den Namen Meyer zu Strohen hört und an die DKB-Bundeschampionate denkt, dem fällt als erstes sicherlich die Stute ein, mit der Kathrin Meyer zu Strohen im Jahr 2003 die wohl erfolgreichste Saison ihrer Karriere absolvierte. Poetin, die bewegungsgewaltige Braune gewann unter ihrer Reiterin 2003 zunächst die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und sicherte sich im Anschluss auch noch den Titel der Dressurpferde-Championesse bei den Sechsjährigen. Aber auch Hans-Heinrich Meyer zu Strohen hatte die Stute bereits in Warendorf aufs Siegertreppchen geritten: Im Jahr 2000 gewann der ehemalige Leiter der Niedersächsischen Landesreitschule auf Poetin das DKB-Bundeschampionat der dreijährigen Reitpferde. Hans-Heinrich Meyer zu Strohen beschreibt:

„Für uns liefern die DKB-Bundeschampionate mit den Qualifikationen einen Leitfaden im Prüfungsangebot für junge Pferde. Deshalb nutzen wir mit unseren Pferden jede Chance, auf solchen herausragenden Ereignissen zu starten. Aber: Es ist kein Muss. Die den seelischen und körperlichen Bedürfnissen adäquat vorangetriebene Ausbildung ist für mich der Maßstab.“

Beim Training vor Ort legt der Fachmann sehr viel Wert auf Ruhe und Routine: „Wir machen das Pferd mit Umgebung und Atmosphäre vertraut. Wichtig dabei ist: keine Experimente, weder in puncto Training noch bei der Ausrüstung. Alles bleibt wie

gewohnt. In Warendorf befinden wir uns auf der internationalen Bühne für hochklassige Nachwuchsstars, da gebe ich mir keine Blöße!“ Meyer zu Strohen weiter:

„Mein Pferd muss losgelassen sein, willig, aktiv im Maul, das wollen die Richter sehen. Glücklicherweise bevorzugt man heute wieder ein Pferd mit natürlichen Schwingungen. Der enge Strampelmann ist out.“

Trotz Erwartungsdrucks dürfe man sich als Reiter nicht überschätzen und die Sache zu ehrgeizig angehen, sagt Meyer zu Strohen und begründet:

„Dann wird man verkrampft und das Pferd hat keine Chance, sich nach seinen Möglichkeiten zu entfalten. Ein zu eng eingestelltes Pferd hat keine guten Karten beim Bundeschampionat.“

„In wunderschönem Ambiente findet ein gut organisiertes Turnier statt, das von Reitern und Züchtern für Reiter, Züchter und Pferdefreunde gemacht ist“, so beschreibt Christoph Hess die besondere Aura der DKB-Bundeschampionate. Der FN Ausbildungsbotschafter war etliche Jahre „die Stimme“ am Dressurviereck und leitete die Moderation bei den Dressurpferden mit viel Fingerspitzengefühl. Kaum einer kennt das Geschehen im und ums Championats-Viereck wie er. Hess ist sich sicher: „Für viele Besucher ist ein Jahr ohne die DKB-Bundeschampionate wie ein Jahr ohne Weihnachten!“ Warum die DKB-Bundeschampionate einen so hohen Stellenwert in der Reitsportszene innehaben, erklärt der Experte so:

„Es ist ein Come Together der besten deutschen Nachwuchspferde aller Disziplinen und der großen Reiter- und Züchterfamilie. Man sieht dort herausragend gute Pferde, die großartig vorgestellt werden und trifft Menschen, von denen man weiß, dass sie in jedem Jahr bei den DKB-Bundeschampionaten dabei sein. Das verbindet.“

Die DKB-Bundeschampionate seien für eine Reihe von Pferden das Einstiegsticket in den großen Sport. „Viele Karrieren haben hier in Warendorf begonnen. Wer bei den DKB-Bundeschampionaten vorne mit dabei ist, der weiß, dass er auf dem richtigen Weg in den internationalen Sport ist.“ Zwei Pferde sind dem Dressurkenner besonders in Erinnerung geblieben: „Da ist zunächst Poetin, die eine unglaubliche Ausstrahlung hatte, ja eine ganz besondere Aura verbreitete. Auch an Imperio, den Anna Sophie Fiebelkorn fünfjährig beeindruckend in Szene setzte, kann ich mich noch sehr gut erinnern.“

Neben herausragenden Pferden sind es kleine Anekdoten, die Christoph Hess untrennbar mit den DKB-Bundeschampionaten verbindet und die noch sehr präsent in seinem Gedächtnis sind. Schmunzelnd erzählt er: „In einem Jahr versank das Bundeschampionat im Schlamm, der Regen ließ über Tage nicht nach. Ich schlug also vor, die Finalprüfung der Fünfjährigen in die neu erbaute Seminarhalle zu verlegen. Das war leider eine klassische Fehlentscheidung. Die Pferde, die in der Qualifikationsprüfung vorne lagen, kamen mit der neuen Situation nämlich nicht zurecht. Stattdessen wurden die Pferde hoch platziert, die niemand auf dem Zettel hatte. Zudem standen die Buchstaben falsch, so dass sich auch noch verritten wurde. Am Abend gab es leider mehr lange als freudige Gesichter.“

Monica Theodorescu, Bundestrainerin der Dressurreiter sagt: „Für viele Reiter, die ein gutes junges Pferd haben und die Qualifikation geschafft haben, ist es etwas ganz besonderes in Warendorf in dieser speziellen Atmosphäre an den Start zu gehen. Für viele Berufsreiter ist es das Ziel die Nachwuchspferde ihrer Kunden an den Start zu bringen, das ist schon mit einem gewissen Druck verbunden. Und natürlich, für die Züchter ist es das wichtigste Championat, um ihre Zuchtprodukte zu präsentieren.“ Verschiedene erfolgreiche Pferde seien über die Bundeschampionate gegangen, aber dies sei natürlich nicht einzig ausschlaggebend für eine internationale Karriere im Dressurviereck, so Theodorescu. „Viele Hengste empfehlen sich durch eine erfolgreiche Bundeschampionatsteilnahme sowohl für den Sport als auch für die Zucht.“ Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr der inzwischen fast schon legendäre Damon Hill NRW. „Dieser Hengst hat alle Jungpferdechampionate bis hin zu internationalen Championaten und Olympischen Spielen und auch den Zuchteinsatz bei gutem Management mit Erfolg geleistet. Das gelingt sehr selten.“

Die DKB-Bundeschampionate gehen vom 30. August bis 3. September. Mehr Informationen finden Sie hier: www.DKB-Bundeschampionate.de

Quelle: fn-press