Ammerbucher Pferdefestival 2017 – Rückblick

Vom Zauber der Verständigung – so versteht dich dein Pferd. Das war 2 Tage lang das Motto in Ammerbuch.

Am 15. und 16. Juni fand in Ammerbuch bei Tübingen ein ganz besonderes Event statt: Ein ganzes Festival, das sich der Verständigung mit Pferden gewidmet hat. Über 2 Tage lang wurden Seminare und Vorträge von den ganz Großen angeboten: Peter Pfister, Michael Geitner, Ute Holm und Andrea und Markus Eschbach zeigten, wie die Kommunikation mit Pferden wirklich funktioniert. Zusätzlich dazu wurde im Abendprogramm das erste Mal Peter Pfisters neuer Film gezeigt, „Der Pferdemann“.

Die Seminare – Wissen pur

Alle Seminare, die über die beiden Tage stattfanden, widmeten sich ganz der Kommunikation mit Pferden. Wie findet sie überhaupt statt? Wie kann sie nicht nur stattfinden, sondern auch erfolgreich sein? Peter Pfister, Michael Geitner, Ute Holm und Markus & Andrea Eschbach zeigten den Zuschauern, wie sie täglich ihren Pferden vermitteln, was zu tun ist, sodass unsere liebsten Vierbeiner das auch verstehen und sinnvoll umsetzen können. Dies ist alles unabhängig von der Reitweise, denn die Sprache ist immer dieselbe.

Michael Geitner wird mit gewohnt bayrischem Humor die Reiterwelt auf die Schippe nehmen.
Ute Holm hat ihren Trainingsstützpunkt in der Nähe von Tübingen.

Abendprogramm – Comedy und Action

  • Jean-Pierre Godest führte in die südfranzösische Arbeitsweise der Camargue-Reiter ein,
  • Peter Pfister führte seine ergreifende Show „3 Freunde“ vor,
  • Michael Geitner griff die Reiter in vollkommener Selbstironie auf mit dem Programm „Pferdemenschen – normal san mer ned“,
  • und die Filmpremiere zu Peter Pfisters Film „Der Pferdemann“ fand statt.

Ein Rückblick

Das hat sich gelohnt!

In familiärer Atmosphäre fand das kleine aber sehr feine Festival statt. Ganz besonders schön war tatsächlich die Größe, denn mit überfüllten Hallen wie in diversen großen Pferdemessen musste der Besucher nicht rechnen. Stattdessen waren zwar viele Besucher da, man musste sich aber nie um Zuschauerplätze bemühen, denn irgendwo war eigentlich immer was frei. Den Beginn machte Markus Eschbach mit einer Demonstration der Freiarbeit im Round Pen. An verschiedenen Pferdetypen zeigte der Trainer, wie man sie am besten handhabt, welche Strategien es gibt falls mal etwas nicht klappt wie gewünscht und was eigentlich ein „Buchhalterpferd“ ist. Der nächste Experte in der Reihe war Michael Geitner, der gemeinsam mit Alexandra Schmid das System der Equikinetic erklärte und vorführte. Nachmittags zeigten die beiden auch ihr neues Programm „Equiclassik Work“, bei dem die Arbeit an der Hand für jeden zugänglich gemacht wird.  Peter Pfister legte vormittags den Fokus auf grundsätzliche Aspekte der Pferdeerziehung, z.B. dem korrekten Führen, und zeigte, wie er junge Pferde auf die Arbeit mit dem Menschen und das Anreiten vorbereitet. Ute Holm machte dann quasi nahtlos mit dem Reiten an sich weiter. An zwei Pferden demonstrierte die Westernreiterin ihre Art der Ausbildung von jungen Reitpferden, zeigte die Wirkung verschiedener Gebisse und beantwortete fleissig alle Fragen. In ihrer zweiten Vorführung ging sie dann auf viele Fragen der Zuschauer ein, indem sie an den Pferden direkt die Problematik und Lösungen erklärte.

Eine junge Zuschauerin durfte sogar spontan mit ihrem Pferd in den Ring und bekam eine kleine Reitstunde. Und genau das war es, was dieses Festival so sehr ausgemacht hat: die Nähe zu den Experten. Jeder hatte die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und durch die familiär gehaltene Atmosphäre und das klein gehaltene Festival hatten die Profis auch endlich mal Zeit, ausführlich mit den Interessierten zu reden und ihnen Tipps zu geben. Kein Vergleich zu einer riesigen Messe! Zudem hatte jeder der Referenten ganze 45 min Zeit im Ring, wodurch die Vorträge sehr in die Tiefe gingen. Im Abendprogramm bekam der Zuschauer erst mal jede Menge Action zu sehen: Peter Pfister und seine Pferde Justiciero und Allegre legten sich ins Zeug und führten allerlei Zirkustricks vor. Jean-Pierre Godest zeigte im Anschluss mit seinem Camargue-Hengst ein paar Lektionen der Freiheitsdressur sowie der Working Equitation vor. Danach wurde die Lachmuskeln strapaziert: Michael Geitner klärte die Reiterwelt selbstironisch über ihre Missstände auf und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Zu guter Letzt wurde dann der neue Film mit und über Peter Pfister gezeigt, der sich dem Reiter, Pferdefreund und Familienmensch hinter der Kulisse widmet. Ein wunderbares Festival, das sich wirklich gelohnt hat! Wir hoffen auf ein nächstes Mal!