Buchrezension: Mensch und Pferd auf Augenhöhe von Vivian Gabor

Pferdegerecht kommunizieren.

Titel: Mensch und Pferd auf Augenhöhe
Autorin: Vivian Gabor
Verlag: Müller Rüschlikon
Preis: 24,90€
Über die Autorin: Vivian Gabor ist Dipl. Biologin, Westerntrainerin und hat ihre Doktorarbeit zu kognitiven Leistungen beim Pferd geschrieben. Sie ist bei der Uni Göttingen tätig, leitet das Westernreitzentrum Greene und gibt ihr Wissen am Institut für Verhalten und Kommunikation in Form von Aus- und Weiterbildungen weiter.

Inhaltsangabe

In ihrem Buch beschreibt Vivian Gabor, wie Pferde ihre Umwelt wahrnehmen, wie Lernen bei Pferden funktioniert – und darauf aufbauen, wie der Mensch kommunizieren muss, damit er verstanden wird. Zunächst beginnt die Autorin damit zu erklären, wie man überhaupt kommunizieren kann, z.B. Sprache oder sogar über den Geruch. Sie vermittelt, warum verschiedene Tiere auf bestimmte Arten miteinander kommunizieren und wie genau so etwas in der Natur funktioniert. Darauf aufbauend geht’s anschließend um die Wahrnehmung von Pferden und den damit verbundenen Sinnen. Zusätzlich wird das Verhalten von Pferden behandelt: Warum reagieren sie so, wie sie es tun? Haben Pferde Emotionen und wie wirkt sich das aus?
Im nächsten Kapitel dreht sich alles um das Lernverhalten von Pferden und was das für unsere Sprache bedeutet. Welche Formen des Lernens es gibt, welche Form wie genau funktioniert und wie man dies als Mensch nutzen kann, um dem Pferd etwas beizubringen – diese Fragen werden beantwortet. Dazu zeigt Vivian Gabor auf, welche Faktoren für’s Lernen wichtig sind, damit auch wirklich ein Lernprozess stattfindet und das Pferd immer begeistert bei der Sache bleibt.
In Kapitel 4 geht es nun um das Herdenverhalten – wie funktioniert das? Und was bedeutet das für den Menschen? Wie muss dieser auftreten, um gut mit seinem Pferd klarzukommen? Dafür ist ein gutes Körpergefühl nötig, dem sich der nächste Abschnitt widmet. Denn nur wer seinen Körper kontrollieren kann, kann Signale so geben (und auch wieder wegnehmen), dass das Pferd unmissverständliche Anweisungen bekommt. Anschließend erklärt Vivian Gabor, wann wir eigentlich mit unseren Pferden kommunizieren. Sie geht darauf ein, wie grundsätzlich die Kommunikation in verschiedenen „Disziplinen“ ablaufen sollte und wie sie verfeinert werden kann, egal ob beim Reiten oder in der Freiarbeit.

Nun geht’s ans Eingemachte: Welche typischen Probleme treten in vielen Ställen auf und wie hat der Mensch diese verursacht? Darauf hat die Autorin natürlich eine Antwort und liefert Strategien, diese zu lösen. Zum Abschluss gibt’s dann noch ein paar Gedanken mit auf den Weg, die zur Selbstreflexion anregen.

Aufmachung

Optik

Das Werk von Vivian Gabor wirkt durch das Hardcover und die festen Buchseiten hochwertig. Alle wichtigen Definitionen sind durch Kästen und Farbe hervorgehoben, damit sie nicht verloren gehen.

Zudem sind einige Grafiken enthalten, die aus wissenschaftlicher Sicht Pferdeverhalten erklären, beispielsweise das Lernverhalten. Schön hervorgehoben sind außerdem Geschichten aus dem Alltag, die immer passend zum Thema noch einmal veranschaulichen, auf was es im vorhergehenden Text eigentlich ankommt. Passende, ausdrucksstarke Bilder unterstützen das Ganze.

Besonderheiten

Dieses Buch ist nicht mit anderen Werken zu vergleichen! Hier wird auf hohem und wissenschaftlichen Niveau geschrieben und erklärt, „kurz durchlesen“ wird hier schwierig. In den ersten Kapiteln muss man sich schon konzentrieren, da einige Fachwörter aus der Biologie auftauchen. Dazu im Gegensatz stehen die schönen Anekdoten und Alltagserlebnisse der Autorin, wie wiederum greifbar machen, wie sich fehlerhafte Kommunikation auswirken kann.

Resümee

Ein Buch von hohem Niveau, das Wissenschaft mit dem Alltag eines jeden Pferdemenschen verknüpft! Wer ein wenig tiefer in die Pferdesprache eindringen und dabei nicht auf dem Niveau „Ohren vorne = gut“ bleiben will, ist hier richtig! Vivian Gabor schafft es, das Thema der Kommunikation noch einmal anders verständlich zu machen. Dabei ist die Autorin erfrischend realistisch, beispielsweise bei der Vermenschlichung der Tiere.

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