Die Skala der Ausbildung: die Anlehnung

Punkt 3 der klassischen Ausbildungsskala.

Die Anlehnung ist der am meisten diskutierte Punkt in der Skala der Ausbildung. Obwohl er klar definiert wird, sind sich viele Reiter uneinig darüber, wie die Anlehnung überhaupt entsteht und sich im Laufe der Ausbildung entwickeln sollte.

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  • Die Skala der Ausbildung – die Anlehnung,
  • die häufigsten Fehler,
  • Korrektur,
  • das sagen unsere Trainer zur Anlehnung (inkl. Film):
  • Sabine Ellinger, Dressurreiterin,
  • Ernst-Peter Frey, Westernreiter.

Die Skala der Ausbildung

Die Anlehnung

Anlehnung wird definiert als stete, weich-federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul.

(Richtlinien für Reiten und Fahren. Band 1: Grundausbildung für Reiter und Pferd, S. 227)

Diese Verbindung ist nicht statisch, sondern wird manchmal etwas stärker und dann wieder leichter (vor allem im Laufe der Ausbildung). Das Ziel ist aber, sie immer so leicht und fein wie möglich zu erhalten.
Als Merkmal darf niemals nur der Zügel gelten – die gute Anlehnung setzt sich aus einer Kette zusammen. Diese beginnt bei der aktiven Hinterhand, die schwungvoll untertritt. Diese Aktivität überträgt sich dann auf den Bauch, der sich leicht anspannt und so den Rücken anhebt. Der Hals hebt sich aus dem Widerrist heraus, das Genick ist der höchste Punkt und die Nase bleibt durch das einrahmende Gebiss an oder vor der Senkrechten.

Das Pferd möchte stets leichten Kontakt zum Gebiss und der Reiterhand herstellen, sodass der Reiter jederzeit bestimmen kann, ob das Pferd in Aufrichtung oder Dehnung gehen soll.
Um das zu erreichen, treibt der Reiter die Hinterhand an und fängt diese Vorwärtsbewegung im nächsten Augenblick mit einer weichen Hand am Gebiss ab. Hier gilt der Leitsatz von Baucher: Hand ohne Bein und Bein ohne Hand. Erfolgen die Hilfen gleichzeitig führt das dazu, dass das Pferd die Anweisung nicht verstehen kann. Die treibende Hilfe verpufft dann womöglich, sodass die Zügelhilfe zu stark durchkommt, die Vorwärtsbewegung abgefangen wird und das Pferd hinter die Senkrechte kommt. Im worst case wird das Pferd irgendwann nicht mehr auf die treibenden Hilfen reagieren.
Nur wenn die ersten beiden Punkte der Ausbildungsskala, Takt und Losgelassenheit, korrekt erarbeitet wurden, kann eine gute Anlehnung entstehen.
Dies ist als Idealfall anzusehen. Vor allem bei jungen, unerfahrenen oder schlecht ausgebildeten Pferden gibt es natürlich immer Phasen, in denen die Anlehnung kurzzeitig nicht dem Ideal entspricht. Dies ist ganz normal, sollte aber unbedingt korrigiert werden, da man durch eine falsche Anlehnung dem Ziel des gesunderhaltenden Reiten nicht gerecht werden kann.

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