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Eine Heuglocke auf dem Paddock Trail

Inzwischen gibt es eine weitere Raufutterstation auf unserem Paddock Trail: die Heuglocke.

Sie hat – wen wundert’s? – in der Optik die Anmutung einer Glocke, besteht aus grünem Kunststoff und verfügt über vier Futterluken. Sie soll vor allem bei lang anhaltenden Schlechtwetterphasen zum Einsatz kommen, kann aber auch mit Raufutter für mehrere Tage bestückt werden und damit zeitlich für mehr Flexibilität bei der Pferdefütterung sorgen.
Heu ist im Grunde lebensnotwendig für Pferde – es gibt eigentlich keine nachhaltige Alternative. Selbst beim Weidegang sollten die Vierbeiner immer Zugang zu ausreichend Raufutter in einer Raufe erhalten. Bereits ab zwei Pferden wird die Heufütterung schon relativ zeitaufwändig. Sobald mehrere Tiere zu versorgen sind, erhöht sich das Arbeitspensum. Eine Raufe mit entsprechender Größe bietet die Möglichkeit einer Vorratshaltung von meist mehreren Tagen. Dabei ist nicht nur in Deutschland das Wetter oftmals unbeständig. Wird das Raufutter in nicht überdachten Heustationen angeboten, besteht schnell die Gefahr der Verunreinigung durch Staunässe und Schimmelpilzbildung. Doch Raufutterkrippen mit Dachkonstruktion sind oftmals teuer…

Unterschiedliches Futteraufnahmeverhalten

Auf dem Paddock Trail existieren derzeit ganz unterschiedliche Futterstationen: Neben klassischen Großraumnetzen von ca. 2 Metern Breite, die zwischen Bäumen aufgespannt sind, gibt es auch Heusäcke und Kunststoffbehälter mit Maschenweiten und Fresslöchern unterschiedlichster Größe. Neben dem Heu-To-Go, der v.a. für mehr Bewegung sorgen soll, stellt auch die Heuglocke ganz andere Anforderungen an die Futteraufnahme durch die Pferde.
Denn bei klassischen Netzen, die an vier Eckpunkten fixiert sind, drücken die Pferde mit ihren Mäulern erst gegen die Netzoberfläche, um dann mit Lippen und/oder Zähnen möglichst viele Halme aufzunehmen. Bereits eine Zwei-Punkt-Fixierung erschwert diese Vorgehensweise, da sich nur begrenzt Gegendruck aufbauen lässt. Die Heuaufnahme aus frei pendelnden Heusäcken gilt als besonders schwierig – denn hier läßt sich gar kein Gegendruck aufbauen. Der eine oder andere „Lebenskünstler“ unter den Pferden hat dabei gelernt, sich beim Fressen das gefüllte Netz zwischen Brust und Kopf einzuklemmen – eine aktobatische Meisterleistung, aber kontraproduktiv für die Fresszeitenverlängerung.
Bei der Heuglocke ergibt sich ein wieder anderes „Futteraufnahmeszenarium“: Mit Ausfallschritt und langgestrecktem Hals bei Großpferden bzw. bei gleichzeitiger Belastung beider Vorderbeine bei ihren kleineren Kollegen, den Ponys und Kleinpferden, werden hier andere Schwerpunkte einer physiologisch möglichst gesunden Futteraufnahme abgedeckt. In Kombination mit einem Heunetz kommt bei der Heuglocke auch eine andere Zupftechnik zum Einsatz – denn auch hier lässt sich kein „vernünftiger“ Gegendruck aufbauen. Um das Heu herauszutzeln zu können, müssen die Tiere deutlich geschickter und ausschließlich unter Einsatz der Lippen die Heuhalme erfassen. Dieses Prozedere ist wesentlich zeitintensiver – wird aber vermutlich nach kurzer Dauer und Gewöhnung ebenfalls schnell beherrscht werden. Mit der Heuglocke von JFC Deutschland ist inzwischen eine solide und einfach zu bestückende Raufe für Rundballen auf dem Markt, die das Raufutter vor der Witterung schützt und von den Tieren gut angenommen wird. Denn trotz des „höhlenartigen“ Charakters ist die Akzeptanz seitens der Pferde auffällig gut.

Die Heuglocke wird von allen Pferden gut angenommen.
© Anke Klabunde
Die Heuglocke wird von allen Pferden gut angenommen. © Anke Klabunde

Keines der „Test-Pferde“ scheute davor zurück, den Kopf in die Futterluken zu stecken.
Die aus schlagfestem Polyethylen bestehende Heuglocke ist bruchsicher und weist vier Fressöffnungen von 800 x 320 Millimeter Größe auf, deren Ränder in der neu konstruierten Version verstärkt ausgeformt und deren Kanten abgerundet wurden. Das Handling ist extrem einfach: Mit nur ca. 40 Kilogramm Gewicht kann die Heuglocke auch von einer Person zu einem Heuballen gerollt und übergestülpt werden. Für größere Entfernungen – beispielsweise bei einem Weidewechsel – gibt es eine auf dem rundlichen Dach integrierte, stabile Transportöse, mit deren Hilfe sie von einem Trecker mit einer Ladegabel umgesetzt werden kann. Die Heuglocke ist einfach und schnell hygienisch zu reinigen.

Palettenboden für Heuglocke im Selbstbau

So sieht unser selbsgebauter Boden aus.
© Anke Klabunde
So sieht unser selbsgebauter Boden aus. © Anke Klabunde

Leider verfügt die Heuglocke baubedingt über keinen Boden, auf der das Raufutter den Pferden vorgelegt werden kann. Die Lagerung von Heu sollte jedoch niemals direkt auf dem Erdboden erfolgen – dies gilt auch für die Aufbewahrung des Raufutters in Heuraufen. Für die Heuglocke haben wir daher einen Unterbau aus Einweg-Holzpaletten montiert. So ein Palettenboden fungiert – vor allem bei schlechten Wetterverhältnissen – als Abstandhalter zum Erdboden (Bodenfeuchtigkeit) und sichert die erforderliche Luftzirkulation (Luftfeuchtigkeit). 
Wir haben sechs eher kleinere, aber gleich hohe Paletten aus unbehandeltem (!) Holz verwendet und diese so zusammengestellt, dass wir – mit einem ca. 7 Meter langen Faden, einer Holzschraube und einem Bleistift bewaffnet – darauf eine kreisrunde Sägevorlage aufzeichnen konnten. Entlang der vormarkierten Linie haben wir dann mit einer Stichsäge den Palettenboden zugeschnitten. Hervorstehende Nägel, Schrauben oder Krampen sollten entfernt werden, damit sich die Pferde später nicht daran verletzen können – oder das Heunetz sich gar daran auffasert. Jeweils nach Erfordernis können auf der Rückseite der Paletten zur Erhöhung der Stabilität zusätzlich noch Leisten und/oder weitere Paletten-Füßchen zur Verstärkung montiert werden. In Abhängigkeit von der Holzqualität empfiehlt es sich, zum Schluss die Oberfläche sowie die Kanten des neuen Heuglocken-Palettenbodens abzuschleifen.

Preis-Leistungsverhältnis

Im Preis-Leistungs-Verhältnis ist die dunkelgrüne, für Rundballen bis ca. 1,60 Meter geeignete Heuglocke mit den Maßen 180 (Durchmesser) x 150 Zentimeter wohl ziemlich konkurrenzlos. Denn nicht selten sind verzinkte oder aus Holz gefertigte Heuraufen nicht nur deutlich teurer, die teilweise niedrigen Dachkonstruktionen weisen häufig auch recht (scharf-)kantige Dachränder auf. Darüber hinaus sind viele Heustationen an einen Standort gebunden.

Der Bruttopreis liegt bei 499 Euro (UVP ab Lager Deutschland). Die Transportkosten mit Sperrgutversand-Spedition belaufen sich aktuell bundesweit auf 165,00 Euro für bis zu fünf Stück ab Lager JFC Deutschtland (PVA GmbH). Ab einer Abnahmemenge von sechs Heuglocken erfolgt die Lieferung frei Hof.