Freestyle Horse Agility: Der Tunnel

Der Tunnel zählt zu den anspruchsvollsten Hindernissen in einem Freestyle Horse Agility Parcours.

Das erwartet Sie in diesem Beitrag:

  • Erforderliches Equipment
  • Empfehlungen für das Training am Tunnel
  • Erhöhung des Schwierigkeitsgrades

Equipment

  • 1 Tunnel

Bei Erhöhung des Schwierigkeitsgrades könnten auch zwei Tunnel im rechten Winkel zueinander aufgestellt werden. Auch ein rechtwinklig gebauter Tunnel wäre eine Alternative für einen höheren Trainingsanspruch.

Ablauf

Der Tunnel ist ein für viele Pferde durchaus beeindruckendes Hindernis. Die geschlossenen Seitenwände und das Dach stellen für das Fluchttier eine echte Herausforderung dar. Hier ist viel Vertrauen bzw. Vertrauensarbeit vorweg erforderlich, damit der Vierbeiner schlußendlich gelassen hindurch schreitet oder den Tunnel sogar im Trab oder Galopp allein passiert.

Zu Beginn der Übung, kann der Vorhang zusammen geklappt werden.

Hat das Pferd Vertrauen zum Hindernis gefasst, wird der nächste Schritt im Rahmen der Gewöhnung mit dem Tunnel eingeleitet: Mit dem Führstrick oder einer Gerte sollte nun leicht gegen die Seitenwände geklopft werden. Doch auch in diesem Fall ist Vorsicht vor der potentiell möglichen Reaktion seitens des Pferdes walten zu lassen – ungewöhnliche Geräusche veranlassen die Tiere nicht selten zu unerwarteten Seitwärtssprüngen oder -steps.? Mit Hilfe dieser Maßnahme wird das Geräusch durch einen Schweifschlag des Pferdes simuliert, welcher grundsätzlich immer – aber vor allem im Sommer bei einer entsprechenden Insektenplage – auftreten kann. Auf diese Weise wird das Tier nun sukzessive für das Geräusch desensibilisiert, der Gewöhnungseffekt tritt mit zunehmender Anzahl an Übungseinheiten ein.

Klappt auch dieses Etappenziel, wird das Tier alleine in den Tunnel geschickt. Eventuell ist hierfür ein erneuter Rückbau des Hindernisses erforderlich – hier hilft nur ausprobieren. Es ist wichtig, dass die Linienführung beim Anlaufen des Tunnels für das Pferd gerade verläuft. Der Mensch muss, um außen am Tunnel vorbeilaufen zu können, einen kleinen, seitlichen Schwenk ausführen. Ist das Pferd noch überfordert mit dieser Übungseinheit, so sollte eine weitere Person am Tunnelausgang postiert werden und den Vierbeiner lobend in Empfang nehmen. Auf diese Weise wird auch verhindert, dass vor allem sehr lauffreudige Pferde am Ende des Tunnels ihrem Freiheitsdrang nachgeben können. Passiert das Pferd allein den Tunnel, sollte sich der Mensch auf keinen Fall schneller als das Tier bewegen. Der Vierbeiner nimmt dies auch durch die Tunnelwände hindurch wahr und würde sein Tempo im Zweifel anpassen wollen. Mit Hilfe von Stimmkommandos kann sich der Mensch bemerkbar machen und auf diese Weise auch die Geschwindigkeit regulieren.

Wie bei jedem neuen Hindernis muss vor allem bei einem Tunnel das Pferd ausreichend Zeit erhalten, diesen zu inspizieren. Zu Beginn sollte das Tier auf beiden Händen um den Tunnel geführt werden. Bei sensiblen Pferden wird der Abstand zum Objekt anfangs noch sehr groß sein. In dieser Phase gilt es, besonders viel Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Nur der Vierbeiner bestimmt das Tempo der Gewöhnung mit dem Objekt! Deshalb liegt es beim Menschen, die Voraussetzungen für ein gutes Gelingen zu schaffen. Ausdauer und Geduld zu Beginn des Trainings zahlen sich später mehrfach wieder aus, Druck und Zwang – bspw. durch einen (zu) strammen Führstrick oder grobe Einflussnahme auf das Tier – sind hingegen nicht zielführend. Auch wenn der Tunnel für den Menschen keine Gefahr darstellt, das Pferd ist sich dessen nicht immer sicher. Es meidet enge Gassen oder höhlenartige Durchgänge instinktiv. Im steten (Hand-)Wechsel sollte das Tier daher in immer engeren Kreisen um das Hindernis geführt werden, bis es zu einer ersten Kontaktaufnahme mit dem Tunnel bereit ist. Das Pferd darf und sollte dabei das Hindernis durchaus mit dem Maul berühren, manche Vierbeiner scharren auch mit den Hufen am Boden oder gegen die Tunnelwand. All das darf und sollte gestattet werden, damit sich das Tier einen Gesamteindruck von dem Hindernis verschaffen kann.?Auch hier beim Tunnel gilt es – wie bei jedem anderen Hindernis auch -, dass sich der Mensch grundsätzlich zwischen der Gefahrenquelle und dem Pferd aufhalten sollte. Nur dann wird er weitestgehend davor bewahrt, bei einer möglichen Fluchtreaktionseitens des Pferdes im Weg zu stehen und umgerannt zu werden.

Vertrauen zwischen Mensch und Pferd, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Passieren des Tunnels.

Ist die Akzeptanz für das Hindernis seitens des Pferdes gegeben, kann nun mit dem Passieren des Tunnels begonnen werden. Dafür sollte das Hindernis zu Beginn nur zu einem Drittel abgehängt, d.h. nur eine kurze Tunnellänge gewählt werden. Im Verlauf der erfolgreichen Übung kann der Tunnel dann sukzessive auf seiner vollständigen Länge zugehängt werden.? Zuerst gehen Mensch und Tier (letzteres am Strick) gemeinsam durch den Tunnel. Präferiert das Pferd ein schnelleres Grundtempo oder Gangart, so sollte der Mensch sich diesem Tempo anpassen. Mit der Zeit und weiteren Übungsdurchgängen wird der Vierbeiner zunehmend gelassener werden. Ziel ist es, mit dem Pferd ruhig und souverän durch den Tunnel zu gehen, später kann auch das Anhalten trainiert werden. ?Im weiteren Verlauf kann nun auf den Strick verzichtet werden.

Mit Gelassenheit und dem notwendigen Vertrauen, wird Ihr Pferd den Tunnel allein passieren können.

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