Buch: Das Glück auf Erden

Erfahren Sie in unserem Interview mehr über den Autor Stefan Schomann.

Pferdetrekking und Wanderritte auf vier Kontinenten – ein Sehnsuchtsbuch und ein besonderes Lesevergnügen

Das Glück auf Erden – Reisen zu Pferd

von Stefan Schomann

Beim Anblick einer Pferdeherde geht uns das Herz auf. Kein anderes Tier ist dem Menschen so nahegekommen, hat ihn so nachhaltig fasziniert. Stefan Schomann macht sich auf zu Völkern, die eine jahrhundertealte Reitkultur besitzen, und er durchstreift spektakuläre Landschaften, die ohne die für sie gezüchteten Pferderassen kaum je besiedelt worden wären.

Dabei geht es stets auch um eine spezielle Art des Unterwegsseins.

Wir erleben legendäre Wanderritte und Trekkingtouren mit, sitzen bei Beduinen am Lagerfeuer, überqueren mit Islandpferden ganze Gletscher, besuchen stimmungsvolle Pferdefestivals, wir pirschen im Sattel auf Nashörner und ziehen hoch zu Ross durch die Vogesen. Jahrtausende gemeinsamer Geschichte werden dabei lebendig.

Dieses Bild ist in der Inneren Mongolei, in dem Gegentala Grasland, aufgenommen worden. © Stefan Schomann

Stefan Schomanns Geschichten sind eine Liebeserklärung an die Pferde. Sie berichten vom Hochgefühl des Unterwegsseins und zeichnen zugleich das Porträt einer einzigartigen Partnerschaft.

Informationen zum Buch:
304 Seiten, 13,5 x 21 cm
hochwertig gebunden mit Goldprägung und farbigem Vor- und Nachsatzpapier
ISBN 978-3-7117-2061-0
€ 24,-
E-Book (epub-Format)
ISBN 978-3-7117-5368-7
€ 18,99

Das Interview mit Stefan Schomann

Erfahren Sie mehr über den Autor

Stefan Schomann, geboren 1962 in München, studierte Germanistik und ist seit 1988 freier Autor und Journalist. Er schreibt für »Geo«, »Die Zeit«, »Frankfurter Rundschau« und »stern«. Im Picus Verlag erschien 2017 seine Lesereise China. Stefan Schomann lebt in Berlin und Peking.

1. Wann haben Sie mit Reiten angefangen, und wie sind Sie zu den Pferden gekommen?
Ende der neunziger Jahre. Ich wollte von Anfang an ins Gelände, wollte zu Pferd herrliche Landschaften durchstreifen, nahe und ferne Länder erkunden und den Einheimischen dabei auf unbefangene Art begegnen. Und dann darüber schreiben.

2. Was bedeuten Pferde für Sie bzw. welche Rolle spielen Sie in Ihrem Leben?
Pferde sind für mich Medien. Sie waren nie Selbstzweck, sondern ich wollte mit ihrer Hilfe eine andere Art des Unterwegsseins erleben, um andere Geschichten erzählen zu können.

3. Haben Sie auch eigene Pferde?
Nein.

Der Autor Stefan Schomann. © Ralf Kreuels

4. Wie viele Wanderritte haben Sie insgesamt schon durchgeführt, und was waren die Ziele gewesen?
Etwa zehn größere, also zumindest mehrtägige Ritte. Das reichte von den Vogesen bis Montana und von Island bis Südafrika.

5. Gab es einen, der Sie besonders beeindruckt hat?
Schön waren sie alle. Auf Island fand ich die Beziehung zwischen Menschen und Pferden wie auch die zwischen den Pferden und der Landschaft besonders stimmig.

6. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Abenteuerritte durchzuführen?
Ich wollte eine gesteigerte Form des Reisens erleben. Mit Pferden als Fortbewegungsmittel, als Reisegefährten, und als Botschaftern ihrer jeweiligen Kultur.

7. Welcher Ritt war Ihr bisher längster? Wo führte Sie dieser hin?
Die meisten dauerten eine Woche, die längsten jeweils zehn Tage, in verschiedenen Weltgegenden. Das ist nicht sonderlich lange, hat aber doch eine andere Qualität als mal ein kurzer Ausritt am Strand.

Lusitanos in Portugal. © Stefan Schomann

8. Wie bereiten Sie sich auf die Ritte vor? Haben Sie ein festes Team, mit dem Sie zusammenarbeiten oder ändert sich dies immer?
Vorbereitet habe ich mich meist zu wenig. Gegen Ende der jeweiligen Tour kam ich dann halbwegs in Form, dann wäre ich die Strecke auch gerne wieder zurückgeritten. In der Regel war ich dabei mit örtlichen Reitbetrieben unterwegs.

9. Sie haben am Rand der Schwäbischen Alb den „Unlinger Reiter“ besichtigt. Was hat Sie an der Reiterdarstellung besonders fasziniert?
Sowohl das Alter wie der Fundort bedeuteten eine archäologische Sensation. So früh schon hielt man nördlich der Alpen Pferde! Faszinierend ist auch sein Gesichtsausdruck, zugleich freudig und konzentriert, je nach Blickwinkel. Das gibt der Figur ein Geheimnis. Pferde erscheinen mir generell rätselhaft − eine Sphinx auf Stelzen.

10. Wie haben Sie die schwäbische Pferdeszene erlebt?
Ich hatte bisher nur flüchtig Berührung damit, aber sie schien mir sehr vielseitig und individuell. Durch die relative Kleinräumigkeit haben sich die unterschiedlichsten Reit-Biotope entwickelt.

11. Hatten Sie bisher mal einen größeren Zwischenfall oder eine Situation, in der Sie an Ihre Grenzen gestoßen sind?

Gottlob gab es keine größeren Zwischenfälle.

An meine persönlichen und physischen Grenzen bin ich dagegen recht oft gestoßen.

Aber zu Pferd macht das trotzdem noch Spaß!

Die Albanischen Alpen. © Stefan Schomann

12. Welche Situationen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben oder haben Sie nachhaltig geprägt?

Auf Island bin ich einmal so nass geworden wie nie zuvor. Nicht nur, dass es den ganzen Tag über geregnet hat; wir haben auch noch zwei Fjorde durchquert. Da sitzt man dann bis zum Gesäß im Wasser. Die Aussicht, am Ende im Dauerregen kampieren zu müssen, ließ uns fast verzagen. Abends kamen wir an einem einsamen Sommerhaus vorbei. Die Besitzer waren zufällig daheim und luden uns ein, bei ihnen zu übernachten. Was für ein Segen! Damals haben wir gelitten, doch in der Rückschau war das der intensivste Tag, zusammen mit dem abschließenden Ritt über einen Gletscher.
Ein anderes unvergessliches Erlebnis hatte ich in einem entlegenen Naturschutzgebiet an der südafrikanischen Wild Coast (s. Bilder links). Die ist derart zerklüftet, dass es dort kaum Straßen oder Pisten gibt. Die Wildhüter sind zu Pferd unterwegs, und ich habe sie begleitet. Wir stießen auf eine grasende Zebraherde, hielten an und schauten ihr zu. Nach vielleicht zehn Minuten geriet sie in Bewegung, preschte davon und wir neben ihr her. Es war keine Flucht, sondern überschäumende Energie, ein spielerisches Kräftemessen. Die beiden Pferdeherden, die einfarbige und die gestreifte, galoppierten eine ganze Weile Seite an Seite dahin. Vor einem Canyon drehten wir schließlich nach links ab und die Zebras nach rechts, als hätten wir das schon Dutzende Male geprobt. Das war berauschend!

Mehr über Stefan Schomann und seine Bücher finden Sie auf seiner Website: www.stefanschomann.de

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