Immenhof – Exklusive Interviews

Wir haben die Regisseurin und zwei Hauptdarsteller zu den Dreharbeiten befragt!

Leia Holtwick (Lou Jansen)

Leia Holtwick wurde 2002 in Wiesbaden geboren und wuchs in Treibur im Kreis Groß-Gerau in der Nähe von Frankfurt am Main auf. Sie besucht dort die Gustav-Heinemann-Schule, will das Abitur machen und trainiert beim TV Groß-Gerau im Leichtathletik Nationalkader – gedreht wurde deshalb auch in den Sommerferien.
In IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS spielt Leia ihre erste Filmrolle. Entdeckt wurde Leia mit 14 von einem Model-Scout, bei einem Urlaub mit ihren Eltern auf Ibiza. Die Münchner Agentur Louisa Models nahm sie unter Vertrag. Kleinere Jobs und Probe-Shootings folgten, dann das Casting für IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS.

Dafür nahm Leia, mit Hilfe ihrer Mutter und des Familienpferds, ein Casting-Video auf.

Gleich nach dem Casting in München kam die Zusage für die Hauptrolle, bei der Leia an der Seite von Heiner Lauterbach, Laura Berlin und Max von Thun spielt.

Hauptdarstellerin Leia Holwtick am Set. © 2018 Concorde Filmverleih GmbH/Kai von Kröcher
Leia Holtwick wird mit Schlamm präpariert.

1. Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten von Immenhof besonders gut gefallen?
Für mich war eigentlich alles aufregend, da es ja alles noch ganz neu für mich war. Am meisten hat es mir gefallen das ich mit Pferden arbeiten konnte, da ich ja auch selber eines habe.

2. Hatten Sie sich früher die alten Folgen von Immenhof angeschaut?
Ja ich habe alle anderen Immenhof Filme geschaut, erst letztens an Weihnachten mit meiner Familie.

3. Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?
Es ging alles sehr schnell und ich wusste selbst gar nicht was grade passiert ist als mir mitgeteilt wurde das ich die Hauptrolle in einem Kinofilm bekommen habe. Ich war zwei mal in Berlin zu einem kleinen Crashkurs, habe mich sonst aber nicht wirklich auf die Rolle vorbereitet und aus dem Bauch heraus gespielt.

4. Haben Sie privat einen Bezug zu Pferden oder war das Neuland für Sie?
Nein Neuland war es auf gar keinen Fall! Wir haben ein Familien Pferd und ich kann schon seit einigen Jahren Reiten. Ich saß auf dem Pferd bevor ich laufen konnte und bin mit ihm aufgewachsen. Ich habe nie Reitunterricht bekommen deshalb weiß ich das keinen falls eine perfekte Reiterin bin und nicht perfekt reite aber ich gebe mein bestes und denke das ich das ganz gut hinbekommen habe.

5. Gab es eine Szene, die Ihnen besonders schwergefallen ist?
Die Moor Szene war sehr schwer zu spielen. Viele Sachen auf die man gleichzeitig achten muss und es war verdammt kalt, da musste ich echt an meine Grenzen gehen.

Am Ende konnte ich kein Wort mehr sprechen weil ich so unterkühlt war und gezittert habe.

Moritz Bäckerling (Leon)

Moritz Bäckerling (geb. am 17. Oktober 1999) startete seine Karriere bereits mit 14 Jahren. Nachdem er 2014 zwei Einspieler für „Let’s talk. Weil Meinung zählt“ drehte, übernahm er 2015 gleich die Moderation der TV-Show. Schnell gelang ihm der Sprung ins Schauspiel. Heute, mit gerade mal 19 Jahren, kann der gebürtige Unneraner auf eine ganze Reihe erfolgreicher Engagements zurückschauen: TV-Serien wie „Phoenixsee“ (2015, WDR) und „Herzensbrecher – Ein Vater von vier Söhnen“ (2016, ZDF), „Beste Schwestern“ (2017, RTL) oder „Bettys Diagnose“ (2017, ZDF) und „Unter uns“ (2018, RTL). Bis 2016 begeisterte Moritz als „Mo“ in der Jugendserie „Spotlight“ (Nickelodeon), drehte in diesem Jahr neben Annette Frier und Christoph Maria Herbst die neue ZDF-Serie „Herbst gegen Herbst“ und stand im Oktober in der Rolle des „Viktor“ für die ARD-Erfolgsserie „Lindenstraße“ vor der Kamera. Für große Aufmerksamkeit sorgte sein Spiel in dem TV-Film „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ (2017) sowie sein Kino-Debüt „SCHATZ, NIMM DU SIE“ von Sven Unterwaldt (2017). Am 17. Januar 2019 kommt er zurück ins Kino – Moritz spielt Leon in „Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers“, der Neuverfilmung des All-Time-Klassikers!

Regisseurin Sharon von Wietersheim bespricht sich mit Leia Holtwick und Moritz Bäckerling. © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Dass es ihn vor die Kamera zog, das wusste Moritz sehr, sehr früh. Zu Beginn drehte es sich erst mal ums Modeln. Moritz: „Meine Mutter hat lange als Model gearbeitet und mich an viele Sets mitgenommen. Ich weiß noch, dass dieser Job einfach nur nach richtig viel Spaß aussah – ständig in unterschiedliche Rollen schlüpfen, mal ernst, mal lachend, mal total crazy!“ erzählt er. „Ich glaube, ich war 6, als ich ihr das erste Mal sagte, dass ich das auch machen möchte. Mit 12 durfte ich dann endlich“, erinnert er sich.
Heute überzeugt er vor der Kamera vor allem mit seiner Natürlichkeit im Spiel. Woher der Jungschauspieler das nimmt? „Ich kann mich einfach gut in Situationen und Gefühle hineinversetzen.

Ich kann mir bildlich vorstellen, wie eine bestimmte Szene aussehen soll, wie ein Charakter agiert.

Und dann mache ich das auch so“, erklärt er trocken. Ungefähr ähnlich selbstverständlich spricht er über seine anderen Talente: Kickboxen, Tennis, Englisch, Rappen, Impro und Videos drehen. Musikalisch präsentiert er sich in selbst gedrehten Videos auf seinem YouTube-Channel „Abgedreht TV“. Ach ja, reiten kann er natürlich auch…

Mats (Rafael Gareisen), Charly (Laura Berlin) und Leon (Moritz Bäckerling) verfolgen gespannt das Pferderennen. © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

1. Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten von Immenhof besonders gut gefallen?
Das waren im wesentlichen zwei Dinge. Zum Einen habe ich durch die Vielfältigkeit unserer Drehorte unglaublich viele neue Orte kennenlernen dürfen. Ich war zum Beispiel noch nie auf so einem großen Anwesen wie dem ‚Peterhof‘, welcher der Drehort für die Szenen auf dem Mallinckroth-Gestüt war. Zum Anderen war es auch eine tolle Erfahrung mit so vielen Tieren zu drehen, weil jedes Tier seinen ganz eigenen Charakter und Kopf hat. Die Vierbeiner haben dadurch immer wieder für Lacher gesorgt und die Stimmung aufgelockert! Mit Pony Krümel habe ich mich zum Beispiel blendend verstanden. Es war schön zu merken, dass man nicht nur mit seinen menschlichen Schauspielkollegen als Team zusammenwächst, sondern eben auch mit den tierischen 🙂

2. Hatten Sie sich früher die alten Folgen von Immenhof angeschaut?
Ich gehöre leider nicht mehr zu der Generation der alten Filme, aber meine Mama war ganz außer sich, als sie gehört hat, dass ich im Immenhof mitspiele. Dadurch habe ich gemerkt, dass es für viele Menschen ein großer Teil der Kindheit war.

3. Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?
Ich habe Coaching in Anspruch genommen, und mir überlegt, wie das Leben von Leon ausgesehen hat, bevor er auf dem Immenhof gelandet ist. Ich habe mir auch viele Details überlegt, die weit über die Figurenbeschreibung hinausgingen, um meine Rolle ‚Leon‘ möglichst gut kennenzulernen.

Regisseurin Sharon von Wietersheim bespricht sich mit Leia Holtwick und Moritz Bäckerling. © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

4. Haben Sie privat einen Bezug zu Pferden oder war das Neuland für Sie?
Auf einem Bauernhof in meiner Nähe bin ich als Kind öfter mal in meiner Freizeit geritten. Für ein Filmcasting habe ich sogar mal Reitunterricht genommen.

Also komplettes Neuland waren Pferde für mich nicht.

5. Gab es eine Szene, die Ihnen besonders schwergefallen ist?
Die schwierigsten Szenen waren definitiv die Szenen im Regen! Die Klammotten wurden durch das Wasser komplett nass. Es war zwar sehr heiß im Sommer als wir gedreht haben, aber eben auch sehr windig.  Nach einiger Zeit wurde mir dabei trotz Wärmedecken ziemlich kalt, und auf Knopfdruck das Zittern abzustellen war nicht gerade einfach.

Sharon von Wietersheim (Regie, Drehbuch, Produktion)

Die Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin und Schauspielerin kam in Fort Stuart, Georgia, zur Welt. Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihre Karriere startete von Wietersheim in München als Regieassistentin am Residenztheater, anschließend nahm sie Schauspielunterricht. Einen ersten Auftritt hatte sie im „Tatort: Animals“ (1990), in den Serien „Derrick“ und „Der Alte“ sowie der Serie „First Love – Die große Liebe“. Ihr fulminantes Debüt als Regisseurin gelang ihr 1996 mit dem Kinofilm WORKAHOLIC, zu dem sie auch das Buch schrieb, mit Christiane Paul, Tobias Moretti und Ralf Bauer in einer Zeitgeist-Lovestory. 1994 gründete sie die Rich and Famous Overnight Filmproduktionsgesellschaft in München. Dort entstand ihr erster Kurzfilm „The Necklace“, mit dem sie 1995 den Deutschen Kurzfilmpreis gewann. Von Wietersheim führte Regie bei Fernsehfilmen wie „Supersingle“ (1998), „Ein Scheusal zum Verlieben“ (1999), „Herzstolpern“ (2001), „Das bisschen Haushalt“ (2003), „Auf den Spuren der Vergangenheit“ (2005), „Die Zeit, die man Leben nennt“ (2007), „Auf der Suche nach dem G-Punkt“ (2008) und zuletzt „Käthe Kruse“ (2015). Fürs Kino realisierte sie TIME SHARE (2000) als Regisseurin und schrieb das Buch zu SUCHE IMPOTENTEN MANN FÜRS LEBEN (2002).

Regisseurin Sharon von Wietersheim.

1. Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten von Immenhof besonders gut gefallen?
Es war schön, mit Pferden zu drehen. Sie waren die Nummer eins am Set, hatten immer Vorrang. Die Ruhe und Kontemplation, die auf einem Pferdehof herrscht und die Tiere haben sich wohltuend auf die Psyche aller Crewmitglieder und Schauspieler ausgewirkt.

Wir haben uns jeden Tag an ihrer Schönheit, Anmut und ihren Wesen erfreut.

2. Hatten Sie sich früher die alten Folgen von Immenhof angeschaut? 
Ich kenne alle drei Kinofilme aus den 50 Jahren und ich bin großer Fan. Aus diesem Grund haben wir uns auch mit Carola Lang Bourne, der ehemaligen Produzentin der Immenhof Kinofilme, in Verbindung gesetzt. Unser Wunsch war es, dass sie uns berät und sich auf als ein Teil der Neuverfilmung sieht. Sie erhält deshalb auch einen Titel als Ehrenproduzentin. Die Serie aus den 70 Jahren kenne ich nicht. Ich habe mal reingeschaut, fand es aber langweilig.

Regisseurin Sharon von Wietersheim.

3. Wie haben Sie sich auf die Dreharbeiten vorbereitet? 

Als Autorin habe ich zuerst einmal versucht, den Flair und Liebreiz der alten Filme zu erhalten. Allerdings liegt in der Geschichte das Augenmerk nicht hauptsächlich auf den Isländern, sondern auf großen Pferden. Aber natürlich gibt es Isländer und Ponies. Unser Wunsch ist es, den Zuschauern zu vermitteln, wie Pferde fühlen und was für einen artgerechten Umgang von Nöten ist.

Wir verzichten auf Gerten, Kandaren, Peitschen und Sporen.

Die Liebe von Lou, die sie für Pferde empfindet, steht an erster Stelle.

4. Haben Sie privat einen Bezug zu Pferden oder war das Neuland für Sie?
Im Alter von fünf Jahren habe ich das Reiten begonnen. Ich hörte es auf, als ich ins Internat kam, da gab es leider keine Pferde. Pferde bzw. alle Tiere haben einen großen Stellenwert in meinem Leben. Mit meinem Verein Lucky Dogs e.V. – Wir retten Straßenhunde habe ich über 1400 Hunde aus Europa gerettet und ihnen ein Zuhause geschenkt. Ich bin kein Fan von Hochleistungssport mit Tieren, deshalb ist es mir wichtig, auf die Dinge, die eventuell nicht gut laufen, sanft hinzuweisen. Tiere sollten unsere Freunde sein und keine Hochleistungsmaschinen, die gezwungen werden, Dinge zu tun, die sie freiwillig niemals tun würden. z.B. weichen Pferde hohen Hindernissen eher aus, als dass sie darüber springen.

5. Gab es eine Szene, die Ihnen besonders schwergefallen ist? 
Die Moorszene war die größte Herausforderung im Film für das Pferd und unsere Hauptdarstellerin. Doch aufgrund unserer hervorragenden Pferdetrainern haben wir es ganz gut hinbekommen. Wir haben immer gefragt, ob es noch geht und haben immer die Empfehlungen der Trainer befolgt. Doch auch die Szene mit dem großen Rennen war eine Herausforderung, die einer einfühlsamen und sorgfältigen Vorgehensweise bedurfte. Die Pferde durften insgesamt nur 2000 Meter pro Tag laufen. Wir hatten mit drei Kameras also genau 15 Einstellungen, um das Rennen, inklusive Startbox zu drehen. Die Startbox drehten wir als letztes. Und unser Jockey bringt auch hier keine Gerte zum Einsatz.

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