Mikes Blog: Kopfkontrolle

Michael Geitner macht sich ab und zu mal Gedanken – und rechnet ab.

Irgendwann hat sich mal in vielen Reiterköpfen festgebrannt, dass „Kopf runter“ immer gut ist. Wenn der Kopf vom Pferd unten ist, ist alles gut: Trab gut, Galopp gut, Seitengänge gut, Übergänge .. ah halt. Die sind oft schon nicht mehr so gut.

Wo ist denn bitte auf der Strecke geblieben, dass der Kopf von ganz alleine da hingeht, wo er hin soll, wenn man in der richtigen Reihenfolge ausbildet?

Wo ist auf der Strecke geblieben, dass man Pferde „von hinten nach vorne“ reitet? Dass eine gute Anlehnung beim aktiven Hinterbein anfängt und am Kopf erst aufhört? Dass eine gute Kopfhaltung erst das Ziel ist? Was ist denn so toll daran, dass der Kopf einfach irgendwo unten ist? Kann irgendwie keiner so richtig sagen. Und MANN gibt das dann aber Ärger, wenn die Stirnlinie hinter der Senkrechten ist – hallo, Rollkur! Immer! Und! Überall! Völlig egal, ob der 4-Jährige sich noch nicht so gut selber tragen kann, das ist sowas von Rollkur. Ja was nun, Kopf unten oder weiter oben, was soll’s denn jetzt sein? Bitte, merkt euch doch mal Eines: Der Pferdekopf alleine gibt überhaupt keine Auskunft darüber, ob jemand gut reitet oder nicht, das Gesamtbild ist wichtig. (Außer es ist wirklich Rollkur. Also so in echt.)