Mustang Makeover 2018 – Emilia Schlotterbeck

Emilia Schlotterbeck ist eine der jüngsten TrainerInnen des Mustang Makeover 2018.

1. Wer bist du und was kennzeichnet deine Arbeit mit Pferden?

Mein Name ist Emilia Schlotterbeck, ich bin 18 Jahre alt und habe letztes Jahr mein Abitur gemacht. Bekannt wurde ich durch Fotos und Videos mit meinen Pferden über die sozialen Medien. Oft werde ich als „Die Verrückte“ bezeichnet, denn grundsätzlich bin ich immer offen für neue Ideen und galoppiere auch mal im Stehen über eine Wiese. Bei der Arbeit mit Pferden lege ich aber vor allem großen Wert auf die richtige Gymnastizierung, die Abwechslung im Training und die Individualität jedes einzelnen Pferdes.

Mich fasziniert die spanische Reitweise und nebenbei ist die Freiarbeit und das freie Reiten ein Hauptbestandteil meiner Arbeit.

Wichtige Eigenschaften, die meine Arbeit mit Pferden beschreiben, sind vor allem Geduld und Konsequenz.

2. Weshalb hat die Arbeit mit Pferden für dich einen so wichtigen Stellenwert?

Pferde sind mein Leben. Ich verbringe jeden Tage etliche Stunden im Stall, seit Jahren. Diese besonderen Tiere haben mich schon so viel gelehrt, mir unvergessliche Momente beschert und bereichern mich in meiner Persönlichkeit sehr. Außerdem ist jedes Pferd eine neue Aufgabe, eine neue Chance, denn sie sind alle so verschieden und einzigartig. Vor allem bei meinen eigenen Pferden finde ich es einfach nur schön zu sehen, wie sie sich über die Jahre entwickeln.

Bei der Arbeit mit Pferden bekommt man ein ständiges Feedback, ehrlich und direkt. Etwas was auf menschlicher Ebene nicht existiert.

3. Wie gefällt dir dein Mustang? Was fasziniert dich an ihm?

Equiteam’s Golden Spirit gefällt mir unheimlich gut. Ich muss ehrlich gestehen, als ich die ersten Bilder von ihm gesehen hatte, mit seinem flauschigen Winterfell, war ich sehr gespannt wie er wohl aussehen würde, wenn er in Deutschland ankommt. Aber er ist ein absoluter Verwandlungskünstler und sieht mit Sommerfell auf wie ein anderes Pferd. Was mich an Spirit fasziniert, ist wie er mit der gesamten Situation umgeht. Er hat in den letzten Wochen solch eine große Veränderung in seinem Leben bestritten und sich so gut in die neue Situation eingefügt. Das finde ich wirklich bewundernswert.

4. Welchen Charakter hat dein Mustang? Was sind seine Stärken und Schwächen?

Spirit ist zu Beginn eher zurückhaltend und reserviert. Er beobachtet sein Umfeld ganz genau, und lernt so, Menschen und Dinge einzuschätzen.

Mittlerweile blüht er aber immer mehr auf, ist mit seinen 4 Jahren verspielt und aufgeweckt und im Gelände absolut cool. Panisch wird er eigentlich nie und er überlegt sich zweimal, ob er seine Energie zum Weglaufen nutzen soll oder nicht.

Das ist meiner Meinung nach eine seiner großen Stärken, denn das macht ihn im Umgang und gerade draußen im Gelände sehr zuverlässig. Eine seiner Schwächen ist, dass er sehr nachtragend und auch ein bisschen „divamäßig“ ist. Umso besser er eine Person kennt, umso mehr lässt das allerdings nach.

5. Wie glaubst du, wird sich dein Mustang entwickeln? Für welche Disziplinen wird er sich gut eignen?

Ich bin mir sicher, dass Spirit ein absolut zuverlässiges Reitpferd wird. Durch seine Größe, sein Gangvermögen und seine Wendigkeit könnte ich ihn mir gut in der Working Equitation vorstellen. Die nötige Gelassenheit, um den Trailparcours erfolgreich zu meistern, bringt er auch mit. Großen Spaß hat er auch an der Freiarbeit.

6. Was sollte der zukünftige Besitzer deines Mustangs für Eigenschaften mitbringen, um dem Tier gerecht zu werden?

Wie die anderen Mustangs auch, braucht Spirit auf jeden Fall einen pferdeerfahrenen Menschen, der sicher und selbstbewusst mit ihm umgeht. Denn nur dann ist er auch bereit, sich an diesem Menschen zu orientieren. Geduld ist eine weitere, sehr wichtige Eigenschaft. Denn man muss sich Spirit’s Tempo anpassen, um sein Vertrauen zu gewinnen. Und wenn man einfallsreich und kreativ ist, hat man gute Chancen bei Spirit zu punkten.

7. Hast du Angst davor, deinen Mustang nach der gemeinsamen Zeit an eine fremde Person abzugeben?

Angst habe ich nicht, aber mir ist es natürlich sehr wichtig, dass Spirit ein gutes Zuhause findet. Wenn das der Fall ist, kann ich ihn guten Gewissens abgeben. Ich habe mich von Anfang an darauf eingestellt, dass ich ihn wieder abgeben muss, da ich selber auch gar nicht die nötige Zeit habe, um ihm für die nächsten Jahre gerecht zu werden.Trotzdem wird es mir sehr schwer fallen, ihn ziehen zu lassen, da ich ihn schon sehr in mein Herz geschlossen habe.

8. Worauf legst du beim Training mit dem Mustang besonderen Wert und was sollte er auf jeden Fall lernen?

Wichtig ist mir, dass Spirit nach den 3 Monaten „alltagstauglich“ ist. Er soll so viele Dinge wie möglich kennenlernen, und wissen, dass ihm nichts passiert.

So kann dann der neue Besitzer entspannt mit ihm umgehen. Spirits Charakter bestimmt allerdings das Training, und ich passe mich seinem Tempo an. Ich möchte in keinem Fall, dass er etwas tun muss, was er nicht kann. Gleichzeitig versuche ich natürlich aber auch ihn so gut wie möglich zu fordern, ohne dabei seine Grenzen zu überschreiten. Es wäre schön, wenn er nach den 3 Monaten ein mutiges, selbstsicheres Pferd ist, das neue Situationen mit Ruhe bestreiten kann. Aber da sind wir auf jeden Fall auf einem guten Weg.

9. Inwiefern unterscheidet sich das Training mit dem Mustang von dem mit anderen unerfahrenen Pferden?

Die Mustang haben viel ausgeprägtere natürliche Instinkte und haben gelernt, ums Überleben zu kämpfen. Dadurch handeln sie meines Erachtens nach noch bewusster und schneller als „unsere“ Pferde. Wenn sie Angst haben, dann fürchten sie um ihr Leben. Ihnen diese Angst zu nehmen, ist wohl der entscheidende Unterschied. Vor allem in den ersten Tagen, aber auch jetzt noch, muss ich genau überlegen, wie ich mich um Spirit herum bewege. Ein Moment der Unachtsamkeit könnte unschöne Folgen haben.

Mehr Informationen

Näheres zu Emilia Schlotterbeck gibt’s hier auf ihrer Website.

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