Mustang Makeover 2018 – Tom Beetz

Von der Nordischen Kombination zu den Pferden – und jetzt zum Mustang Makeover!

1. Wer bist du und was kennzeichnet deine Arbeit mit Pferden?

Mein Name ist Tom Beetz und ich bin schon seit frühester Kindheit von den Pferden fasziniert. Ich bin sehr diszipliniert und zudem aber auch risikofreudig. Mich reizt die Arbeit mit Problempferden bzw Jungpferden sehr. Es fordert mich als Horseman, denn ich möchte lieber sehen was ich selbst erreicht habe. Es ist wesentlich einfacher auf erfahrenen Pferden etwas nachzureiten als ein Pferd selbst auszubilden. Ich möchte mit guter Arbeit überzeugen, bin eher der Praktiker. Ich habe große Freude an Herausforderungen und Abenteuer und möchte solchen Pferden helfen. Man nimmt den Pferden viele Freiheiten und ich versuche mit viel Geduld und Fürsorge dem Pferd im Reiterleben eine gewisse Freiheit zurück zugeben. Ich bin sehr wissbegierig und immer auf der Suche nach neuen Ansätzen, weil es grad bei Problempferden/Jungpferden kein Patentrezept gibt und man sich immer wieder individuell darauf einstellen muss. Ein wichtiger Stellenwert ist für mich die Harmonie. Diese entsteht nur durch Frage und Antwort. Ich stelle dem Pferd immer wieder Fragen in der täglichen Arbeit um ihm die nötige Sicherheit zu geben.

Wenn ich als menschliche Person dem Individuum Pferd keine Frage stelle, verliert das Pferd das Vertrauen und den Respekt und das erschwert die Arbeit natürlich ungemein.

Generell würde ich mich als Allrounder bezeichnen also eher der Ranch- und Cowboytyp, der gern alle Facetten eines Pferdes haben möchte und das nicht unbedingt auf ein Gebiet spezialisiert ist – ein Freizeitpartner für Jedermann.

2. Weshalb hat die Arbeit mit Pferden für dich einen so wichtigen Stellenwert?

Die Arbeit mit den Pferden ist meine absolute Leidenschaft, meine Berufung und hat mich schon immer interessiert und inspiriert. Ich habe das große Glück, dass ich bereits das zweite Mal im Leben meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte und bin sehr dankbar dafür. Ich arbeite gern mit Tieren, weil sie ehrlich und fair sind. Sie geben klare Antworten und bremsen uns auch wieder, wenn man mal wieder über die Stränge schlägt oder zu emotional und ehrgeizig wird. Mit der Brechstange erreicht man da gar nichts und man wird schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Ich bin zudem sehr naturverbunden und genieße die Ruhe bei der Arbeit sehr. Hier brauche ich nicht sprechen, hier geht es einfach nur um unseren Umgang miteinander. Bei den Pferden konnte ich seit je her abschalten und Kraft tanken – sie waren mein Ausgleich zum Alltag.

3. Wie gefällt dir dein Mustang? Was fasziniert dich an ihr?

Erstmal war ich froh, dass es kein Schimmel geworden ist 🙂 da ich nicht so gern putze 😉

Die Stute hat ein kräftiges gutes Fundament, weiche Bewegungen und eine gute Sattellage. Insgesamt also ein sehr harmonisches Pferd. Sie hat einen wachen aufmerksamen Blick und ist sehr sozial. Generell ist die Arbeit mit einem Mustang bzw. Wildpferd schon immer ein Traum von mir gewesen. Dass sie überhaupt ein Mustang ist, fasziniert mich ja schon. Das will doch jeder Cowboy mal. Diese Tiere öffnen uns die Augen, wie verwöhnt wir doch sind und wie viele Dinge wir mit unseren Pferden als selbstverständlich ansehen. Man lernt wieder sich an kleinen Dingen und Schritten zu erfreuen – gerade bei meiner Mustangstute. Sie zeigt mir sehr, dass ich mein Augenmerk mehr auf Ruhe und Geduld legen muss – ganz getreu dem Motto „Man kann ein Pferd zwar zum Wasser führen, aber nicht zum Saufen zwingen“. Mit Druck und Zwang erreicht man bei ihr gar nichts. Dass die Urinstinkte der Wildpferde noch so fest verankert sind, macht es sehr interessant und inspiriert mich neue Ansätze zu suchen und den Kopf anzustrengen. Sie nimmt alles wahr, ist sehr aufmerksam und beobachtet genau. Sie macht nie etwas blindlinks und reagiert zudem sehr bedacht in jeder Situation. Es ist jeden Tag ein neues Spiel und ich muss wirklich mit Kopf an die Arbeit gehen.

4. Welchen Charakter hat dein Mustang? Was sind ihre Stärken und Schwächen?

Meine Mustangstute ist insgesamt ziemlich cool und relaxed, zudem aber trotzdem sehr aufmerksam. Äußere Umwelteinflüsse stören sie gar nicht. Bei neuen Gegebenheiten wie zum Beispiel eine neue Umgebung, reagiert sie ziemlich gut. Sie ist zwar wachsam, reagiert aber nicht über. Sie ist sehr sensibel und merkt genau, wenn ich bei der Arbeit andere Materialien einsetze. Da beginnen wir wieder eher von vorn und brauchen viele Wiederholungen, bis es ohne Skepsis weitergehen kann. Eine Schwäche ist wahrscheinlich, dass sie ziemlich stur ist und sehr charakterstark. Wenn sie was nicht will, ist das ein ganzes Stück Arbeit. Obwohl ich generell sagen muss, dass ich nicht mal wirklich weiß, ob man da von Schwäche reden sollte. Sie ist nunmal ein Mustang aus freier Wildbahn – das sind zum Teil einfach die Urinstinkte, ohne die diese Pferde wahrscheinlich gar nicht überleben würden.

5. Wie glaubst du wird sich dein Mustang entwickeln? Für welche Disziplin wird sie sich gut eignen?

Dazu kann ich eigentlich keine größere Aussage treffen, da ich mein Augenmerk nicht auf irgendwelche Disziplinen richte. Für mich ist es wichtig, dass sie ein guter Freizeitpartner wird, eine Art Ranchpferd.

Wenn eine gute solide Grundausbildung vorhanden ist, dann kann man alles mit dem Pferd erreichen.

Und das ist für mich wichtig. Wie sich die Stute entwickeln wird, ist schwer zu sagen. Bisher braucht sie lange um sich auf Dinge einzulassen. Ich überlasse der Stute das Tempo und werde uns da keinen Stress machen.

6. Was sollte der zukünftige Besitzer deines Mustangs für Eigenschaften mitbringen, um dem Tier gerecht zu werden?

Ich wünsche mir für meine Mustangstute einen Pferdemensch mit viel Erfahrung.

Wenn jemand weniger Erfahrung hat, sollte er sich professionelle Hilfe suchen, denn nach 100 Tagen Training ist da noch nicht viel gefestigt und man kann nicht von einen fertigen Reitpferd sprechen.

Ich hoffe einfach, dass sie in gute Hände kommt, weiter gefördert wird und ein gutes Leben hat.

7. Hast du Angst davor, deinen Mustang nach der gemeinsamen Zeit an eine fremde Person abzugeben?

Natürlich gewöhnt man sich schnell an ein Pferd und erst Recht, wenn es so eine besondere Situation ist, dass man einen Mustang ausbilden darf.

Ich bin es aber gewohnt, dass ich Pferde wieder abgeben muss. Es ist ja auch mein Beruf und da habe ich schnell gelernt, dass ich nicht alle Pferde behalten kann. Ich freue mich einfach auf die gemeinsame Zeit und darauf neue Dinge zu lernen.

8. Worauf legst du beim Training mit dem Mustang besonderen Wert und was sollte sie auf jeden Fall lernen?

Mir ist wichtig, dass meine Mustangstute eine gute solide Grundausbildung bekommt.Ich möchte alltägliche Dinge festigen, wie z. B. sich berühren lassen, Hufe geben, putzen, satteln, führen. Im Laufe der weiteren Arbeit werde ich sehen, wie weit ich komme. Grundsätzlich möchte ich, dass sie ein guter Freizeitpartner wird und auf alle Eventualitäten vorbereitet wird – sei es die Freizeitreiterei, ein bisschen Turnierreiten oder Rancharbeit.

9. Inwiefern unterscheidet sich das Training mit dem Mustang von dem mit anderen unerfahrenen Pferden?

Ich finde, dass es generell alles länger dauert. Ich muss mir mehr Zeit lassen und muss mehrere Abläufe machen, bis alles ein bisschen gesackt ist.

Man merkt bei ihr, dass die Urinstinkte noch stark verankert sind.

Wir sind sehr verwöhnt von unseren Hauspferden, denn grundlegende Dinge wie anfassen und halftern gehen oftmals schneller. Es ist jeden Tag, wie wenn ein kleines Misstrauen vorhanden ist und man dann wieder bei 0 anfängt, aber das Pferd sich immer schneller auf die Arbeit einlässt.

Mehr Informationen

Wenn du nun mehr Interesse an der Arbeit von Tom Beetz hast, kannst du dich hier informieren.

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