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News und aktuelle Informationen

Die Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen

DJM Voltigieren: Nordheimer Trainerin holt mit ihren Schützlingen die Meistertitel mit dem Team, im Einzel und im Pas-de-Deux

Montag, 11. September 2017

Die großen Gewinner dieser Deutschen-Jugendmeisterschaften sind die Voltigierer vom RV Nordheim. Die Pferdeakrobaten von Trainerin und Longenführerin Andrea Blatz sicherten sich bei den Titelkämpfen in der Albert-Vahle Halle in Aachen drei von vier Titeln: Die Mannschaft aus Baden-Württemberg gewann den Teamwettbewerb, Mannschafts-Mitglied Mara Xander die Damenkonkurrenz. Bereits gestern hatten die Teammitglieder Anne Schlumbohm und Melanie Eger im Pas-de-Deux gewonnen. Der Sieg bei den Herren ging am abschließenden dritten Wettkampftag an den Ingelsberger Gregor Klehe.

Sieg beim Preis der Besten, Sieg bei diversen CVIs, Gold bei der Weltmeisterschaft in Ebreichsdorf, Rang vier bei der DM der Senioren – zum Saisonabschluss krönten sich die Nordheimer U18-Athletinnen schließlich heute noch mit dem Sieg bei der Jugend-Meisterschaft. Dabei sicherten sich die Baden-Württembergerinnen mit ihrem zehnjährigen Oldenburger Humphrey Bogart alle drei Tagessiege. In der Finalkür erturnten die Nordheimerinnen 8,913 Punkte und schlossen das nationale Championat damit mit 8,22 Punkten ab. Das war der deutliche Sieg vor dem Juniorteam aus Brakel. Die Westfalen um Longenführerin Anna Brinkmann kamen heute mit Dorian Grey auf 8,312 Punkte. In der Totalen waren dies 7,742 Punkte, die der Mannschaft Silber einbrachte. Die Bronzemedaille sicherte das Team Gut Waffenschmiede. Die Schützlinge von Longenführerin und Trainerin Sabine Steger zeigten die zweitbeste Kür (8,403) und schoben sich damit vom vierten Rang noch auf das Podest vor (7,59). Platz vier blieb der Mannschaft aus Köln-Dünnwald (Rheinland/7,445), gefolgt von Mainz-Ebersheim (Rheinland-Pfalz/7,352), Neuss-Grimlinghausen (Rheinland/7,321) und Ingelsberg (Bayern/7,319). Nordheim trägt sich damit als fünfte Mannschaft in die Siegerlisten einer DJM ein. Bei den bisherigen neun Meisterschaften war der Titel an die Mannschaften Peiler-Hamm (1 Titel), Ingelsberg (3), Neuss-Grimlinghausen (4) und Mainz-Ebersheim (1) gegangen.

Seinen Vorjahrestitel verteidigen konnte Gregor Klehe vom VV Ingelsberg. Der 16-jährige Münchner vom VV Ingelsberg ist damit nach Thomas Brüsewitz (2011 und 2012) erst der zweite Athlet in der DJM-Geschichte, dem dies gelungen ist. Am letzten Wettkampftag überzeugte der Vize-Weltmeister mit seinem Pferd Adlon und Longenführer Alexander Hartl mit 8,279 Zählern in der Pflicht und 8,83 Punkten in der Kür. Damit kam der Freistaatler auf insgesamt 8,185 Zähler und verdrängte seinen Vereinskameraden Jannik Liersch, der zuvor in Führung lag, auf Platz zwei. Der 15-Jährige aus Planegg – ebenfalls mit Adlon und Hartl am Start – verbuchte 8,04 Punkte in der Endabrechnung. Platz drei ging an den WM-

Bronzemedaillengewinner Philipp Stippel vom Landesverband Westfalen. Der 17-Jährige aus Münster, der für den Verein Haus Getter antritt, voltigierte mit seinem Pferd Sir Valentin und Longenführerin Dina Menke zu insgesamt 7,674 Punkten.

Den Triumph bei den Damen holte sich ebenfalls die Titelverteidigerin. Mara Xander ist damit nach Gianna Meier (2012 und 2013) ebenfalls erst die zweite Juniorin, der dieses Kunststück gelang. Die 16-jährige Nordheimerin hinterließ bei diesen nationalen Titelkämpfen mit ihrem 16-järhigen Rheinländer Luigi und Andrea Blatz an der Longe einen souveränen Eindruck. Die Europameisterin turnte in allen vier Umläufen auf hohem Niveau und sicherte sich den Titel mit 8,181 Punkten. Rang zwei ging an die Rheinische Meisterin Fabienne Nitkowski mit ihrem Pferd Dantez und Longenführerin Iris Schulten. Die Lokalmatadorin gewann mit einer Traumrunde von 8,953 Punkten erneut die Finalkür und kam im Gesamtranking auf 8,096 Punkte. Die Bronzemedaille gewann Hannah Steverding (Herxheim) mit ihrem Pferd Wild Cookie und Longenführerin Sophie Kuhn für Rheinland-Pfalz mit 7,912 Punkten. Knapp geschlagen war am Ende Alina Roß vom Landesverband Mecklenburg-Vorpommern (7,902), gefolgt von Mona Pavetic (Rheinland/7,725) und Marie Dierßen (Hannover/7,665).

Bereits gestern hatte das Finale im Pas-de-Deux stattgefunden. Hier ging der Sieg an die Nordheimerinnen Anne Schlumbohm und Melanie Eger. Die amtierenden Mannschafts-Weltmeisterinnen turnten mit Humphrey Bogart und Longenführerin Andrea Blatz zu 7,654 Punkten in der Endwertung. Rang zwei ging nach Berlin-Brandenburg an die amtierenden Vize-Weltmeister Ronja Kähler und Julian Kögl (7,396). Bronze holten mit 7,058 Puntken Hannah Bidon und Jana Schumacher vom Landesverband Rheinland-Pfalz mit Lucky Dancer und Longenführerin Karin Kramp.

Quelle: fn-press

DJM Aachen Springen: Drei von vier Titeln an junge Damen im Springsattel

Montag, 11. September 2017

Die neuen Deutschen Meister der Nachwuchsspringreiter stehen fest, drei der vier Titel gewinnen junge Damen im Springsattel. Bei der DJM in Aachen sichert Anna Braunert die Goldmedaille bei den Children. Lea-Sophia Gut heißt die Meisterin der Ponyspringreiter, Max Haunhorst ist der neue Meister der Junioren. Bei den Jungen Reitern setzt sich Frederike Staack durch.

Anna Braunert und Asterix aus Oldenburg in Schleswig-Holstein haben die Deutsche Meisterschaft der Children (U14) für sich entschieden. Die 14-Jährige und ihr elf Jahre alter Hengst blieben in allen Springen bei der DJM in Aachen fehlerfrei. Lilli Collee aus Eberstadt und Barry Brown Escaille gewinnen nach einem spannenden Stechen mit sechs Reitern die Silbermedaille. Chiara Reyer aus Westerkappeln und Cederic gewinnen Bronze.
Das Finale der Children bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen hat noch einmal alles durcheinander gewürfelt. Während in der zweiten Wertungsprüfung am Samstag viele Nullfehlerritte zu sehen waren, gab es in den finalen Umläufen doch einige Hindernisfehler oder Verweigerungen zu verzeichnen. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Kinder hier im Finale so schwer tun. Der Parcours ist anspuchsvoller gewesen als am Samstag, es sind deutlich mehr Fehler passiert. Aber am Ende haben wir wirklich guten Sport gesehen und die richtige Reiterin steht vorne. Das Stechen zum Abschluss hier war wirklich spannend“, sagt Children-Bundestrainer Eberhard Seemann. Anna Braunert und Asterix waren das einzige Paar, das nach vier Runden im Springparcours Null Punkte auf dem Konto hat. „Asterix hat mir immer ein tolles Gefühl gegeben und bis zum Ende gekämpft. Er ist toll und gibt immer alles“, sagt die Deutsche U14-Meisterin. Sechs Paare folgten den beiden mit vier Fehlern.  Sie alle mussten um Silber und Bronze stechen. Lilli Collee setzte alles auf eine Karte und sicherte sich mit Barry Brown Escaille Silber, Bronze geht an Chiara Reyer und Cederic.

Lea-Sophia Gut gewinnt bei den Ponys
Lea-Sophia Gut aus Baden-Württemberg ist die neue Deutsche Meisterin der Pony-Springreiter bis 16 Jahre. Im Stechen hat sie sich mit ihrem erfahrenen Pony Salvador gegen die Rheinländerin Hanna Schumacher mit High Dream N durchgesetzt. Bronze geht an Leonie Gruber aus Hessen mit AMD My Midnight Lady.
Fehlerfrei bis zum Stechen blieben in der Deutschen Jugendmeisterschaft der Pony-Springreiter nur Lea-Sophia Gut (Biberach) und Hanna Schumacher (Bottrop). Die beiden mussten ins Stechen um die Goldmedaille, in dem beide etwas mit ihren Nerven zu kämpfen hatten. Lea-Sophia Gut und ihrem 19 Jahre alten Pony Salvador unterliefen 16 Strafpunkte. Doch Hanna Schumacher, die als Letzte in den Parcours ging, hatte noch mehr Pech: Eine Verweigerung und drei Springfehler waren das Resultat im Stechen, so dass Lea-Sophia Gut Gold gewann und Hanna Schumacher auf dem Silberrang landete.
In einer sehr komfortablen Ausgangssituation befand sich Leonie Gruber, die gemeinsam mit drei Reiterinnen aus Westfalen, nämlich Pia Alfert, Lisa Schulze-Topphoff und Bo Chiara Gröning ins Stechen um die Bronzemedaille einreiten musste. All ihre Vorgängerinnen kassierten Springfehler, allesamt an der zweifachen Kombination am Ende des Parcours. Leonie Gruber und My Midnight Lady mussten den Parcours nur ohne Hindernisfehler beenden. Das gelang ihnen und trotz dreier Zeitfehler sicherten sie sich Bronze.

Frederike Staack U21-Meisterin mit H.W.’s Saskia
Frederike Staack aus Steinfeld und H.W.’s Saskia sind die neuen Deutschen Meister der Jungen Reiter im Springen. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Aachen gewinnt Henry Delfs mit D Consuela die Silbermedaille, Bronze geht an den Vorjahressieger Sven Gero Hünicke mit Sunshine Brown. Sie hat am Ende die Nerven behalten: Frederike Staack und H.W.’s Saskia haben im Finale der Deutschen Jugendmeisterschaften zwei Nullrunden gedreht und sich so die Goldmedaille in der U21-Wertung gesichert. Die 20-Jährige reitet aktuell für den Stall von Paul Schockemöhle in Steinfeld, eigentlich schlägt ihr Herz aber auch für Schleswig-Holstein, schließlich kommt sie gebürtig aus Stormarn. Von Paul Schockemöhle wird ihr auch ihr aktuelles Erfolgspferd, die 12-jährige Stute H.W.’s Saskia (von Stakkato) zur Verfügung gestellt. „So ein deutscher Meistertitel bei den Jungen Reitern ist schon das Größte, was ich bisher erreicht habe, das bedeutet mir viel. Saskia fühlt sich scheinbar hier in Aachen richtig wohl, sie ist an allen Tagen toll gesprungen. Sie ist das ganze Jahr über sehr konstant gegangen, macht unheimlich wenig Fehler und hat einfach alles, was man von einem tollen Sportpferd erwarten möchte“, sagt Frederike Staack über ihr Pferd. Die beiden waren bereits im Finale von Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport im Rahmen des CHIO Aachen in diesem Jahr erfolgreich. „Frederike hat in diesem Jahr über die U25-Tour eine super Entwicklung gemacht und hat gezeigt, dass sie eine sehr würdige Deutsche Meisterin ist und absolut an die Spitze gehört“, lautet die Bewertung von Bundestrainer Peter Teeuwen zur neuen Deutschen Meisterin. Auch für den Silbermedaillen-Gewinner, Henry Delfs aus Steinburg in Schleswig-Holstein, hat der Bundestrainer Lob: „Henry hat sich das Jahr über kontinuierlich aufgebaut und hier jetzt seinen Jahreshöhepunkt gehabt.“

Sven Gero Hünicke (Fehmarn) und Sunshine Brown, die Deutschen Meister von 2016, hatten das Feld der Jungen Reiter nach dem ersten Umlauf angeführt. Ein Abwurf im Finale an der Dreifachen Kombination bedeutete am Ende die Bronzemedaille für die beiden. „Es ist immer wieder bewundernswert, wie unheimlich gut dieses Paar aufeinander abgestimmt ist und solche Aufgaben wie den Parcours hier meistert“, sagt Teeuwen.

Lars Volmer aus Legden und Maja H lagen zuvor in der Meisterschaftswertung auf Goldkurs. Die beiden stürzten allerdings an einem Oxer im ersten Umlauf, blieben aber glücklicherweise unverletzt.

Quelle: fn-press

Die neuen Nachwuchsmeister in der Dressur stehen fest

Montag, 11. September 2017

Finaltag der Deutschen Jugendmeisterschaften in der Aachener Soers: Insgesamt gibt es an diesem Wochenende elf neue Deutsche Meister in den Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren zu feiern. In der Dressur gingen die Titel an Semmieke Rothenberger mit Dissertation (Junge Reiter), Romy Allard mit Summer Rose (Junioren) und  Anna Middelberg mit Drink Pink (Ponyreiter). 

Erst drei Jahre ist es her, da stand der aktuelle Mannschaftsolympiasieger und zweifache Vize-Europameister Soenke Rothenberger mit Cosmo bei den DM der Jungen Reitern an erster Stelle. In Aachen folgte ihm nun seine kleine Schwester Semmieke Rothenberger nach. Zwei Mal war sie bereits Deutsche Meisterin der Ponyreiter, einmal Juniorenmeisterin – nun gab es Titel Nummer vier. „Wenn die anderen zuhause am Esstisch davon erzählt haben, wie es ist, in Aachen zu reiten, saß ich als Jüngste immer dabei und habe gedacht, sorry, nicht mein Thema“, sagt die neue U21-Meisterin. Nun kann auch sie mitreden, wenn es um den Einritt ins große Aachener Dressurstadion geht. „Es ist schon ein tolles Gefühl, hier unter denselben Bedingungen zu reiten wie die ‚Großen‘, sagt sie und gesteht: „Mein großer Traum ist schon, einmal hier beim CHIO zu starten.“ Im Finale präsentierte sie mit ihrer Stute Dissertation eine nagelneue Kür. „Das war ein bisschen aufregend, aber ich habe mir gesagt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Die Musik dazu stammt übrigens vom Komponisten Yanni, zu der bereits ihr Vater Sven Rothenberger 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta an den Start ging. Es war die richtige Entscheidung: Mit 82,15 Prozent setzte sich die 18-Jährige wie schon in den beiden Wertungsprüfungen zuvor deutlich vom übrigen Feld ab.

Mit einem Gesamtergebnis von 232,413 Punkten beträgt Rothenbergers Vorsprung auf die Silbermedaillengewinnerin Leonie Richter (Bad Essen) mehr als zehn Punkte (222,877). Richter wiederholte in Aachen ihren Vorjahreserfolg im Sattel des Oldenburger Wallachs Don Windsor OLD aus dem Besitz und zuvor geritten von Florine Kienbaum. Und auch dieses Paar startete noch etwas „grün“ in seine Kür. „Wir haben diese vorher erst einmal geritten“, sagte die 21-Jährige. Mit exakt 77 Prozent landete sie auf Platz zwei, was ihren Silberrang auch in der Meisterschaftswertung besiegelte.

Denn auch andere Paare hatten durchaus Medaillenchancen erkennen lassen. Allen voran der Münsteraner Psychologie-Student Luca Michels mit Rendezvous. Bei den Europameisterschaften hatte er noch das Pech, als Vierter im hochkarätigen deutschen Team nicht in der Kür starten zu dürfen. Nun bot sich in der Soers doch noch die Gelegenheit, sich zur Musik zu präsentieren. „Ich hatte in diesem Jahr eigentlich gar nicht damit gerechnet, überhaupt eine Kür zu reiten, daher habe ich mir spontan eine geliehen“, verriet der 19-Jährige, der ursprünglich aus dem Rheinland kommt und das CHIO als regelmäßiger Besucher über viele Jahre kennt. Eine gute Wahl, denn die Jury belohnte die Vorstellung mit 75,775 Prozent, was am Ende Platz drei und in der Gesamtwertung mit 217,266 Prozent ebenfalls Bronze bedeutete. Das Nachsehen hatte Anna Christina Abbelen (Kempen), die sich als Dritte in der zweiten Wertungsprüfung ebenfalls noch Chancen hatte ausrechnen können. Mit ihrer „König-der-Löwen-Kür“ wurde sie im Finale jedoch „nur“ Fünfte. Mit 216,573 Punkten belegte sie in ihrem letzten Junge-Reiter-Jahr Platz vier.

DM-Newcomerin Romy Allard gewinnt Junioren-Titel
Spannend bis zum Schluss waren die Meisterschaften der Junioren, da in diesem Jahr drei der vier EM-Teilnehmer fehlten. Linda Erbe und Lia Welschof verzichteten ganz auf den Start, Rebecca Horstmann versuchte sich bereits bei den Jungen Reitern. Lediglich Johanna Sieverding (Cappeln) trat mit Lady Danza zum Titelkampf an und konnte sowohl die Wertungsprüfung als auch das Finale für sich entscheiden. Ihre „schnörkellose“ Kür zu Klängen von Mark Foster und Robby Williams gefiel nicht nur den Richtern, die dafür 76,375 Prozent vergaben. „Das war noch einmal ein toller Abschluss, hier im Soerser Stadion reiten zu können“, sagte die 17-Jährige. Am Ende reichte ihr Gesamtergebnis von 219,891 Punkten aber nicht ganz zum Titel, sie gewann Silber.
Neue Deutsche Meisterin wurde stattdessen mit 220,840 Punkten die erst 15-jährige Romy Allard aus Krefeld. Im Sattel der achtjährigen Oldenburger Rappstute veranlasste diese die Richter in allen drei Wertungsprüfungen zu Topnoten. Mit 76,275 Prozent für ihre Interpretation der Songs aus den Musicals Rocky Horror Picture Show und Sister Act blieb sie nur knapp hinter Sieverding. „Ich habe sie

einmal in der Kür gesehen und gedacht, so geht das nicht. Dann habe ich ihr meine alte M-Kür gegeben“, erzählte die ehemalige Junioren-Europameisterin Anna Christina Abbelen (Kempen). Sie war in Aachen in gleich mehreren Rollen: unterwegs: als Teilnehmerin bei den Jungen Reitern, aber auch als Trainerin von DM-Newcomerin Romy Allard, die seit Kurzem betreut. Diese war von ihrem Sieg selbst überrascht; „Ich habe noch drei Juniorenjahre vor mir, deshalb habe ich damit, dass es so gut läuft, nicht gerechnet. Mein Ziel war, gut abzuschneiden“, sagte sie. Wie ihre Trainerin hatte übrigens auch sie in Aachen ein volles Programm. Denn parallel zur Junioren-Tour startete sie auch mit Dujardin B bei den Ponyreitern und wurde dort Sechste. Wie bei den Jungen Reitern landete auch bei den Junioren ein junger Mann auf dem Bronzeplatz. „Damit habe ich niemals gerechnet“, sagte der 16-jährige sachsen-anhaltinische Landesmeister Franz Otto Damm aus Zerbst strahlend. Er saß in Aachen im Sattel des erst siebenjährigen DSP Lifestyle. „Den haben wir als Fohlen zu unserem selbst gezogenen Hengstfohlen zugekauft“, berichtet sein Vater. Aus beiden Youngstern ist etwas geworden. Der eine wurde gekört, der andere wurde von Franz Otto Damms Schwester erfolgreich bei den Bundeschampionaten vorgestellt. Seit vergangenem Jahr reitet nun auch der frisch gebackene Bronzemedaillengewinner den dunkelbraunen Wallach (v. Lord Fantastic) mit. Mit 72,9 Prozent sorgten die Richter dafür, dass sich die Kürmusik des Paares „Mission Impossible“ nicht bewahrheitete, sondern sich sogar in eine erfolgreiche „Mission Medaille“ verwandelte. Insgesamt kam das Paar auf ein Endergebnis von 214,210 Punkten.

Ponyreiter: Titel für Anna Middelberg
Bis zum Schluss war bei den Ponyreitern alles offen. Von der ersten von insgesamt drei Wertungsprüfungen an lieferten sich die beiden Mannschaftseuropameisterinnen Jana Lang und Anna Middelberg ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit ihrer Kür ließ die 14-jährige Glandorferin, in der ersten Wertungsprüfung noch Zweite, ihre Teamkollegin von Kaposvar endgültig hinter sich. 80,75 Prozent vergaben die Richter für die schwungvoll vorgetragene Kür zur Filmmusik von „Die Eiskönigin“ – persönliche Bestleistung für das Middelberg. Insgesamt kam sie auf 228,225 Punkte. Anna Middelbergs Partner ist der neunjährige Fuchswallach Drink Pink (v. FS Don’t Worry), der nach seiner Bundeschampionatsteilnahme vierjährig nach Schweden an Ella Viebke verkauft worden war. Diese startete mit ihm 2015 bei den Pony-Europameisterschaften in ihrer Heimat Malmö. Nach Aussage von Bundestrainer Oliver Oelrich konnte Anna Middelberg Drink Pink nur kaufen, weil es noch eine kleine Schwester gibt, die ihn später weiterreiten kann und er daher lange in einer Familie bleibt. „Wir haben ihn vor einem Jahr gefunden und bei minus 14 Grad ausprobiert. Aber wir wussten sofort: Der ist es“, sagte die strahlende Siegerin, deren persönliches DM-Ziel ein Platz unter den ersten Fünf gewesen war. „Es ist einfach nur cool hier in Aachen reiten zu können“, sagte sie.
Bei den EM in Kaposvar war sie Bronzemedaillengewinnerin in der Kür, nun landete Jana Lang (Schmidgaden) in der Soers mit ihrer „Hier-kommt-die-Maus“-Kür hinter Middelberg auf Platz zwei. 77,175 Prozent gab es hierfür von den Richtern, was addiert mit den Vortagesergebnissen 226,105 Punkte und damit ebenfalls den Silberrang bedeutete. „Das sind meine zweiten Deutschen Meisterschaften. Letzes Jahr lief es allerdings noch nicht so gut“, freute sich 14-Jährige, die zum Training drei Mal in der Woche vom bayerischen Schmidgaden nach Frankfurt fährt, wo NK Cyrill bei seiner Besitzerin Dr Stephanie Krause lebt.
Die dritte DM, drei Mal Platz drei in den drei Wertungsprüfungen und am Ende Bronze – das war die Bilanz für den 14-jährigen Moritz Treffinger aus dem nordbadischen Oberderdingen und seine bunte Fuchsstute Top Queen H. Er erzielte für seine Kür zu Klängen von David Guetta 74,5 Prozent, die sich am Ende zu einem Gesamtergebnis von 219,767 Punkten für den Schüler von Joachim Neubert addierten.

Quelle: fn-press