Lanaken: Drei Weltmeister für deutsche Reiter

Christian Ahlmann, Philipp Weishaupt und Harm Lahde reiten zu Gold

Mit drei Goldmedaillen kehren die deutschen Reiter von den Weltmeisterschaften der fünf- bis siebenjährigen Springpferde im belgischen Gestüt Zangersheide nach Hause zurück. Christian Ahlmann (Marl) führte den fünfjährigen Belgier Querido VG Z zum Sieg, Philipp Weishaupt (Riesenbeck) machte den sechs Jahre alten Westfalen Coros zum Weltmeister und im Klassement der siebenjährigen Pferde siegte Harm Lahde (Blender) mit der KWPN-Stute Just A Dream.

Wenn Judy-Ann Melchior zur Weltmeisterschaft der jungen Springpferde nach Lanaken lädt, dann verwandelt sich ihr Gestüt Zangersheide in einen Schmelztiegel aus Spitzensport, Hengsthaltung, Pferdezucht und Pferdehandel. In die Mammutveranstaltung mit rund 700 Pferden sind auch die Belgischen Meisterschaften der Springreiter und eine Fohlenauktion eingebunden. Diese führte übrigens zu einem neuen weltweiten Rekordpreis von 160.000 Euro, den ein Kunde für ein Hengstfohlen v. Eldorado van de Zeshoek aus einer For Pleasure-Mutter anlegte. Der Hengst ist Sohn von Luciana Diniz’ Olympiastute Fit for Fun.

Die Weltmeisterschaft der fünfjährigen Pferde gewann Judy-Ann Melchiors Lebensgefährte Christian Ahlmann mit dem in Belgien gezogenen Hengst Querido VG Z. Er ist ein Sohn von Ahlmanns Erfolgspferd Dominator Z (Muttervater Cellano). Bei der Weltmeisterschaft müssen sich auch die Fünfjährigen im Stechen messen. Für Querido ist der Kampf gegen die Uhr offenbar kein Problem, er galoppierte in 37,49 Sekunden über die Ziellinie. Angelique Rüsen, Bereiterin im Stall Ahlmann, startete ebenfalls mit einem Dominator-Nachkommen: Der Zangersheider Diabolo van Bets Z (Muttervater Cassini II) platzierte sich mit einem Abwurf an neunter Stelle (4/42,44).

Im Klassement der sechsjährigen Pferde setzte sich der Vize-Bundeschampion dieses Jahres, Coros v. Cornet Obolensky-Arpeggio, an die Spitze. Er hatte bereits mit Hendrik Dowe im vergangenen Jahr Bronze in Warendorf gewonnen, nun sitzt Philipp Weishaupt im Sattel und sicherte ihm den Titel Weltmeister. Der Hengst aus der Zucht von Werner Buschsieweke (Rietberg) meisterte das Stechen fehlerfrei in 33,77 Sekunden. Gut 1,5 Sekunden langsamer erreichte Angelique Rüsen mit dem ebenfalls in Westfalen gezogenen Crowny NW v. Crown Z-Pontifex das Ziel (0/35,08, Platz zwei). Der Zusatz NW steht für seinen Züchter Norbert Wentrup aus Dülmen.

Den Abschluss des Turniers bildete die Entscheidung bei den siebenjährigen Pferden. Wieder hatte ein deutscher Reiter allen Grund zu jubeln: Harm Lahde, Bereiter des Gestüts Eichenhain vor den Toren Verdens, verwies im Sattel der niederländischen Stute Just a Dream (v. Zirocco Blue-Carano) die Konkurrenz auf die Plätze.

Bevor die jungen Weltmeister gekürt wurden, stand eine der begehrtesten Springprüfungen auf dem Programm: 53 gekörte und leistungsgeprüfte Zucht- und Sporthengste waren angemeldet zum 1,50-Meter-Springen „FEI Zangersheide Sires of the World“. Um Haaresbreite wäre es zu einem Triumph für das Zangersheider Gestüt gekommen, aber Christian Ahlmann und Dominator Z verpassten den Sieg um eine hundertstel Sekunde! Der Diamant de Semilly-Sohn, derzeit züchterisches Aushängeschild der Station, beendete das Stechen in 34,15 Sekunden. Bei dem Belgier Koen Vereecke und dem elf Jahre alten Kasanova de la Pomme blieb die Uhr bei 34,14 Sekunden stehen. Das ist einfach Pech. Ahlmanns Namensvetter, der 20-jährige Hannes Ahlmann aus Reher (die beiden sind nicht verwandt), steuerte den Holsteiner Hengst Nerrado v. Nekton-Acorado auf den vierten Platz, ebenfalls im Stechen fehlerfrei (36,33).  hen

Quelle: fn-press