Paddock Trail: Projekt „Weide-Optimierung“ 2/2

In Teil 1 haben wir abgewägt, was wohl die beste Variante für uns ist, unsere Weidequalität zu verbessern. Nun berichten wir, wie vorgegangen wurde.

Ausgangslage: gräserreich und kräuterarm

Unsere beiden Innenweiden unterscheiden sich – obwohl räumlich dicht beieinander liegend – in ihrer Pflanzenzusammensetzung erheblich voneinander: Die Innenweide mit dem idyllisch anmutenden Baumbestand – der sukzessive als kleines Wäldchen ausgebaut werden soll – verfügt bereits über ein wesentlich größeres Kräuterangebot, während die sogenannte Hausweide vor dem Stall- und Scheunentrakt im Grunde fast nur noch aus Deutschem Weidelgras, Melde und Günsel besteht.
Die letztgenannte Fläche wurde bis in die jüngste Vergangenheit intensiv von den Pferden genutzt, oftmals stark verbissen und wenig gepflegt. Sie weist – im Gegensatz zur Nachbarweide – relativ viele Kahlfraßstellen auf. Diese beschädigte Grasnarbe wurde nie systematisch und zeitnah mit Nachsaat geschlossen. Hier ist also noch viel Potential nach oben…

Die kleine Weide neben dem Teich besteht fast ausschließlich aus schnell- und hochwachsenden Gräsern – hier sind weder Kräuter, noch die ebenfalls unerwünschte Melde oder das krautige Günsel vertreten. Alle Weideflächen sind frei von Pferdeäppeln und wurden im Herbst – nach der Nutzung durch die Pferde – vor der Wintersaison komplett sauber abgemäht. Die Nachmahd nach der Beweidung und die anschließende (Winter-)Weidepause sind ein wichtiger Bestandteil eines möglichst guten Weidemanagements. Noch besser wäre ein regelmäßiger Nutzungswechsel durch Beweidung (u.a. mit unterschiedlichen Tierarten wie Rindern, Schafen, Hühnern, etc.) und/oder Futterkonservierung sowie eine durchaus einjährige Nutzungspause.

Mit dem Aufsitzrasenmäher kann man nicht nur mähen - sondern auch eggen.

Aufgrund des engen Zeitfensters im Frühjahr und einer (noch) fehlenden „großen“ Egge haben wir – trotz Vorhandenseins eines Traktors – diese Arbeiten mit dem Aufsitzrasenmäher und einer angehängten und mit Gewichten beschwerten „Mini-Egge“ vorgenommen.
Das Ergebnis ist immerhin zufriedenstellend – und wegen der doch relativ geringen Größe der zu bearbeitenden Flächen (in Summe ca. 8.000 qm) – grundsätzlich nur mit „kleinem Gerät“ zu realisieren. Zwischenzeitlich hatten wir auch über die Beauftragung eines Lohnunternehmers nachgedacht, den Gedanken aber wieder verworfen. Denn die „modernen“ Riesen-Trecker professioneller landwirtschaftlicher Betriebe würden unser Grundstück vermutlich bereits mit der Drehung nur eines Hinterrads in einen Acker verwandeln…
Mit der Egge wird der Boden leicht aufgerissen, ein wenig gelockert und Verkrustungen aufgebrochen. Die Oberfläche wird durchlüftet, das Niederschlagswasser kann besser infiltrieren.

Eine unserer Weiden enthält viele schnell- und hochwachsende Gräser.

Leider können wir diesen Ansprüchen nicht gerecht werden, da uns derzeit sowohl die Tiere als auch die Ausweichflächen fehlen. ?Ziel ist es nun, kräuterreiche Magerwiesen zu gestalten. Wir haben daher bewusst auf Dünger verzichtet. Um den sehr nährstoffhaltigen Boden zu „entschlacken“, soll demnächst noch Sand ausgebracht werden.

Denn Kräuter bevorzugen nährstoffarme Standorte – auf „fetten“ Böden haben sie keine Chance auf Ansiedelung.

Unser Vorgehen

Inzwischen konnten wir die Flächen bereits einmal komplett, die Hausweide sogar ein weiteres Mal eggen. Vor dem zweiten Durchgang haben wir unsere über den Winter „verwahrten“ Heublumen – also die Heureste, die nicht mehr mit der Heugabel aufgenommen werden können – großzügig auf der Wiese aufgebracht.
Die Heublume enthält kurzstengelige Halme und möglichst viele Samenbestandteile, die als Saatgut zu einer Verbesserung des lokalen Pflanzenbestands beitragen … so unsere Hoffnung.
Optimal wäre es, wenn das Heu aus der Region und möglichst von kräuterreichen Wiesen stammt. Aber gerade letzteres stellt ja leider das Grundproblem dar…
Mit der Egge haben wir dann die Feinarbeit geleistet, mit der das „Saatgut“ gleichmäßig verteilt wurde. Diesen Vorgang möchten wir kurzfristig wiederholen.

Damit der Heusamen optimal am Boden haftet – eine tiefe Einbringung in das Erdreich wäre nicht zielführend -, sollte mit einer Walze nachgearbeitet werden. Leider verfügen wir (noch) nicht über ein solches „Schwergewicht“. Darüber hinaus ist auch das auf dem Paddock Trail lebende Warmblut (noch) nicht für den Fahrsport ausgebildet – sonst könnte es durchaus seinen Beitrag zum Gelingen des „Großprojekts gesunde Pferdeweide“ beitragen …
Wir werden also im ersten Jahr nach dem Paddock Trail-Bau auf das Walzen verzichten müssen – und dafür häufiger Heublumen-Saatgut ausbringen. Es wird sich zeigen, ob diese Vorgehensweise ausreichend ist – ansonsten werden wir in der nächsten Saison neue Lösungen finden.

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