Reitübung 105: Mittelzirkel mit Stangenarbeit

Durch diese Reitübung wird die Durchlässigkeit des Pferdes trainiert und somit eine feinere Hilfengebung ermöglicht.

Was trainiere Ich?

Pferd:
Durch die aktive Stangenarbeit und die Gangartenwechsel kommt der Rücken des Pferdes dazu sich aufzuwölben. Die Hinterhand nimmt vermehrt Last auf und fördert die Durchlässigkeit, den Takt und die Losgelassenheit. Das Anreiten der weiter auseinander gelegten Stangen fordert und unterstützt die Rahmenerweiterung.

Reiter:
Der Reiter lernt bei dieser Übung das korrekte Einrahmen des Pferdes auf der Zirkellinie und bekommt dadurch auch ein besseres Auge für die Raumaufteilung der Halle.

Was benötige ich?

  • 3 Stangen

Die 3 Stangen werden fächerförmig an beliebiger Stelle des Mittelzirkels positioniert.
Der Abstand sollte in der Mitte der Stangen bei einem Warmblut ca. 1,30m betragen. An der inneren Seite demnach etwas enger und an der äußeren Seite weiter.

Ablauf

Reiten sie im Schritt auf dem Mittelzirkel. Die Übung wird kurz nach den Stangen begonnen. Nach ca. einer halben Runde auf dem Mittelzirkel traben Sie ihr Pferd an. Im Leichttraben reiten Sie dann die Mitte der Stangen an und parieren nach dem Überqueren wieder zum Schritt durch. Kurz vor den Stangen traben Sie wieder an und wiederholen diese Übung.

Steigerung des Schwierigkeitsgrades

Um den Schwierigkeitsgrad der Übung zu steigern, erhöhen Sie die Gangart. Die Übung wird nach wie vor kurz nach den Stangen begonnen, dieses mal aber nicht im Schritt sondern im Galopp. Kurz vor den Stangen parieren Sie zum Trab durch und überqueren im Leichttraben die Stangen in der Mitte. Danach galoppieren Sie wieder an. Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu steigern, reiten Sie die Stangen ganz außen an, so fordern Sie zusätzlich die Rahmenerweiterung Ihres Pferdes.

Was tun wenn…?

…sich mein Pferd im Genick verwirft?

Der äußere begrenzende Zügel sollte vermehrt aufgenommen werden und durch den inneren Schenkel, der an den äußeren Zügel heran treibt unterstüzt werden. Der innere Zügel fordert dabei durch gezielte Einwirkung die Stellung. Achten Sie darauf nicht in ein „Riegeln“ bzw. ständiges Abspielen der Zügel zu kommen, da dies ein Verwerfen im Genick verschlimmern würde.

Heutzutage sieht man das sogenannte „Runterriegeln“ leider immer öfter. Halbe Paraden werden nicht mehr sanft und gezielt eingesetzt, stattdessen werden Pferde durch ständiges, ruckartiges Riegeln der Zügel in eine runde Halshaltung gebracht.