Header-RÜ_neu-712

Reitübung 123 mit Damiana: Seitengänge kombinieren

Vielen Reitern fällt es schwer, eine Traversale mit genügend Stellung und vor allem Biegung zu reiten. Durch diese Übung soll Abhilfe geschaffen werden.

Lerneffekte_123

Was trainiere ich?

Pferd:
Zur Verbesserung der Durchlässigkeit und damit der Rittigkeit des Pferdes kann diese Übung dienen. Des Weiteren wird dem Pferd geholfen, sich geradezurichten und damit ein Ausgleich zwischen der hohlen und festen Seite zu schaffen. Die Reaktionen des Pferdes auf die Hilfen verfeinern sich und die Hinterhand wird trainiert.

Reiter:
Dem Reiter gelingt es, die Biegung und Stellung in der Traversale zu erhalten. Er muss seine Hilfen korrekt geben und gleichzeitig verwahren, damit das Pferd nicht über die Schulter ausbricht. Er verfeinert so seine Hilfengebung und präzisiert durch das Ankommen an bestimmten Punkten sein Reiten.

Was benötige ich?

  • eine Pylone oder ein anderer Orientierungspunkt,
  • eine Halle oder ein Reitplatz.

Ablauf

Reitet man auf der linken Hand ganze Bahn, wendet man bei H nach der kurzen Seite ab, reitet eine Pferdelänge geradeaus und fängt dann an, ins Viereck verkleinern überzugehen.
Man reitet also im Schenkelweichen bis kurz vor X, verlang dann eine etwas stärkere Biegung in den Rippen und treibt das Pferd in einer Traversalverschiebung wieder zurück zum Hufschlag. Hier ist es wichtig, die Biegung zu erhalten. Diese Übung kann und soll auch von der anderen Hand geritten werden, um beide Seiten gleichmäßig zu trainieren.

Wichtig: Je nach Ausbildungsstand von Pferd und Reiter muss man nicht bis zu X reiten, sondern kann zunächst auch nur bis zum dritten oder vierten Hufschlag reiten. Dann bleiben die Seitwärtsgänge flacher, was die Übung erleichtert.

Hilfengebung_123

Sobald man auf der linken Hand den Buchstaben H erreicht, biegt man in Richtung X ab. Wenn das Pferd sich auch mit der Hinterhand nicht mehr auf dem Hufschlag befindet, stellt man es leicht nach rechts, setzt sich stärker auf den rechten Gesäßknochen, treibt mit dem rechten Bein seitwärts und kontrolliert das Pferd mit dem linken Schenkel hinter dem Gurt und dem linken Zügel.
Diese Begrenzungen sind wichtig, um einem Ausbrechen über die Schulter oder einem zu steilen Seitwärts vorzubeugen.

Tipp: Wenn das Pferd über die Schulter ausbricht, kann dies auch an einer zu starken Stellung liegen oder auch daran, dass der Reiter den Hals herumzieht.

Kurz vor X treibt man mit dem inneren Schenkel etwas vermehrt, um eine leichte Biegung in den Körper zu bekommen. Nach wenigen Schritten verändert sich nun die Hilfengebung: Der linke Schenkel treibt das Pferd hinter dem Gurt wieder in Richtung Hufschlag und kontrolliert mit dem rechten Schenkel am Gurt, dass das Pferd genügend Vorwärtstendenz hat und die Biegung erhalten bleibt.

Tipp: Hier darf niemals der Fluss verlorengehen! Das Pferd soll sich flüssig vorwärts bewegen, ohne verhalten zu sein.

Steigerung des Schwierigkeitsgrades

Durch steilere Seitwärtsgänge wird die Übung schwieriger. Sie können also schon vor X auf der Mittellinie ankommen und dann auch in einem steileren Winkel wieder zum Hufschlag traversieren.

Ablauf_Reitübung_123

Reiten mit Damiana

Youtuberin und Internetstar Damiana zeigt uns mit ihrem Wallach Diamiro, wie sie die Übung reitet. Diamiro ist zur Zeit im Aufbautraining und muss deshalb besonders sorgfältig und korrekt gearbeitet werden.

Was tun wenn…?

…mein Pferd im Schenkelweichen zu steil seitwärts geht?

In diesem Fall haben Sie das Pferd zu sehr gestellt und Ihre Hilfen auf der linken Seite sind zu passiv. Damit die Vorwärtstendenz erhalten bleibt, müssen Sie Ihr Pferd so mit dem verwahrenden Bein links begrenzen, dass es nicht zu sehr seitwärts gehen kann. Im Zweifel verringern Sie Ihre seitwärtstreibende Hilfe mit dem rechten Schenkel, damit diese nicht mehr so stark durchkommt.

…die Biegung in der Traversale verloren geht?

Vergessen Sie nicht Ihren rechten Schenkel, der am Gurt treibt! Dieser verlangt ständig eine Biegung und Stellung nach rechts. Wenn Sie trotzdem nicht gut mit Ihren Hilfen durchkommen, reiten Sie einige Schritte Schulterherein und gehen dann erst wieder in die Traversale über. Sie holen sich so die Biegung wieder und beginnen von Neuem.