Reitübung 96: Speed Control

Speed Control ist im Westernsport der Wechsel von großen schnellen Zirkeln, zu kleinen langsamen. Dieses Manöver ist ein wesentlicher Bestandteil der Disziplin Reining und fließt, ebenso wie die anderen Manöver Sliding-Stops, Spins, Rollbacks, in die Bewertung der Richter auf einem Reining-Turnier ein. In unserer Reitübung geben wir Ihnen wertvolle Tipps und Hilfestellungen zum Trainieren dieses Manövers.

Was trainiere ich ?

Pferd:
Durch das Reiten der großen schnellen Zirkel wird, neben der Entfaltung des Schwungs, auch die Geraderichtung des Pferdes auf der Kreislinie gefördert. Durch die kleinen langsamen Zirkel wird das Pferd stärker versammelt und nimmt vermehrt Last mit der Hinterhand auf.

Reiter:
Der Reiter bekommt durch regelmäßiges Zirkeltraining ein besseres Gefühl für einen runden und gleichmäßigen Zirkel und lernt fokussiert geradeaus zu schauen. Durch das Speed Control lernt der Reiter sein Pferd, bezüglich des Tempos, besser einzuschätzen und weiß was er von ihm verlangen kann.

Was benötige ich?

  • Zwei Pylonen

Ein Hütchen wird am X-Punkt, das andere zwischen den Punkten M und H aufgestellt. Sie dienen der Orientierung.

Ablauf

Reiten Sie zunächst im Arbeitsgalopp auf dem Zirkel. Wechseln Sie große und kleine Zirkel ab. Wenn Sie ein gutes Gefühl haben und runde gleichmäßige Zirkel galoppieren, können Sie auf dem großen Zirkel durch Vorlehnen des Oberkörpers sowie Vorstrecken der Hände beginnen das Tempo Ihres Pferdes zu steigern.
Um das Tempo zu verringern, setzen Sie sich in der Mitte der Halle (beim X-Punkt) tief in den Sattel und bremsen Sie Ihr Pferd, indem Sie die Zügel leicht annehmen– verwenden Sie hierbei kein Stimmkommando, wie z.B. „whoa“. Ziel ist ein Pferd, welches am X-Punkt abrupt abbremst und dabei ruhig und gelassen in den kleinen Zirkel wechselt. Nach und nach soll Ihr Pferd immer weniger über den Zügel und stattdessen mit Hilfe von Gewichtshilfen abgebremst werden. Das Tempo verringern sollte weder ruckartig noch zu plötzlich kommen, damit sich Ihr Pferd nicht erschreckt und den Kopf hochreißt. Innerhalb kurzer Zeit wird Ihr Pferd verstehen was Sie von ihm wollen und hierbei immer ruhiger bleiben.

Galoppiert Ihr Pferd ruhig an und ist aufmerksam, können Sie das Tempo steigern. Hat Ihr Pferd jedoch eher einen schlechten Tag, ist unruhig und steht nicht an den Hilfen, nehmen Sie das Tempo lieber etwas zurück und galoppieren Sie zunächst einige ruhige langsame Zirkel. Ist das Pferd wieder bei Ihnen, können Sie das Tempo steigern. Wichtig ist, nur so schnell zu reiten, wie Sie und Ihr Pferd sich wohl fühlen.

Was tun, wenn…?

…das Pferd automatisch am X-Punkt langsamer wird?

Das Pferd ist ein Gewohnheitstier und lernt insbesondere durch Wiederholungen. Treiben Sie Ihr Pferd einfach weiter und bleiben Sie noch im großen schnellen Zirkel. Das Pferd soll lernen auf Ihre Hilfe zu reagieren und erst abzubremsen, wenn Sie sich tief in den Sattel setzen.

..das Pferd das langsame Tempo nicht hält, ohne das ich ständig mit dem Zügel eingreifen muss?

Versuchen Sie langsame Zirkel nicht immer nur mit Speed Control in Verbindung zu bringen, sondern bauen Sie kleine langsame Zirkel mit in die tägliche Galopparbeit ein. Das Pferd kann erst dann am losen Zügel kleine Zirkel galoppieren, wenn es locker ist und weiß was der Reiter von ihm verlangt.