Wetterchaos: Die Gefahren eines warmen Winters

Was ein milder Winter für unsere Pferde bedeutet, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Der Winter ist in diesem Jahr so mild wie schon lange nicht mehr. Zwischen den Jahren gab es vor allem im Süden der Republik einen Wärmeschub mit Tagestemperaturen von bis zu 16 Grad Celsius. Mit seiner Lufttemperatur zählte bereits der November zu einem der wärmsten November seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnung. Der Dezember startete mit fast fünf Grad über den durchschnittlichen Temperaturen. Doch die frühlingshafte Wetterlage hat so ihre Tücken – auch und vor allem für die Pferdehalter und ihre Vierbeiner.

Der dicke Pelz wiegt schwer…

Die Erkältungsgefahr steigt bei warmen Temperaturen, da das dichte Fell die Tiere selbst dann ins Schwitzen kommen lässt, wenn sie sich nicht in Bewegung befinden. Im Gegensatz zum Menschen können sich die Pferde ihres Pelzes nicht entledigen – und müssen stoisch die aktuellen Plus-Temperaturen ertragen. Bewegen sich die Vierbeiner dennoch in höheren Gangarten oder werden geritten, so schwitzen sie schnell – zumeist auch noch lange Zeit danach. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Tiere unter diesen Bedingungen eine Erkrankung der Atemwege zuziehen, ist daher relativ hoch. Denn das in dieser Situation dringend erforderliche Trockenreiten erfordert häufig ein Mehrfaches an Zeitaufwand, als für das eigentliche Training aufgewendet wurde. Wer über eine Führanlage oder ein Laufband verfügt, kann sich glücklich schätzen – ob das Pferd dies ebenfalls so sieht, sei dahin gestellt.
Der Einsatz von Abschwitzdecken, die den Schweiß vom Fell weg nach außen leiten, muss ebenfalls in dieser unerwartet warmen Wintersaison mit Bedacht erfolgen.
Grundsätzlich sollte die durchgeschwitzte Decke zeitnah gegen eine trockene ausgetauscht werden, damit sich weder die Hitze unter der Decke staut, noch die Feuchtigkeit wieder in das Fell zurück gelangt. Das kann einen mehrfachen Deckenwechsel erforderlich machen, der ebenfalls für einen erheblichen Zeitaufwand sorgt.

Bei warmem Wetter leiden Pferde stark unter dem zu dicken Winterpelz.

Bewährte Methode zum Abschwitzen: Schritt reiten

Auch beim Spazierengehen nach dem Reiten kann das Pferd in Ruhe abschwitzen.

Solarien sind weniger geeignet, verlängern sie doch im Regelfall nur die Abschwitzphase. Bei geschorenen Pferden können sie hingegen durchaus hilfreich sein. Doch auch hier ist ein anschließendes Deckenmanagement mit Augenmaß zwingend erforderlich, sollen Erkältungen der Vierbeiner vermieden werden.
Die sicherste Methode – und damit das Mittel der Wahl, um ein verschwitztes Pferd gesund durch die kalte Jahreszeit zu bekommen – ist daher immer noch die nach alter Väter Sitte:

Schritt reiten, Schritt reiten, Schritt reiten?!

Bei geschickter Planung des täglichen Trainingspensums nutzen pfiffige Reiter diese Phase für einen gemütlichen Bummelritt um die Reitanlage, über die nahe gelegenen Felder oder in den winterlichen Wald: Denn dieser „sportliche Absacker“ fördert zusätzlich noch die mentale Gesundheit – von Pferd UND Reiter!