Wilder Besuch: Mustang Makeover 2017

Das Mustang Makeover ist ein Event, bei dem wilde Mustangs aus der freien Wildbahn zu 15 verschiedenen Trainern kommen und bei diesen für ein Leben als Reitpferd vorbereitet werden.

Am 5. und 6. August 2017 fand auf dem CHIO Gelände in Aachen das Mustang Makeover statt. 90 Tage zuvor haben 15 verschiedene Trainer aus Deutschland dafür einen komplett rohen und vor allem wilden Mustang bekommen und zeigten nun, was sie ihm alles beigebracht haben.

Mustang Makeover – warum?

Der Mustang ist eine in Amerika frei lebende Legende, die allerdings ein gewaltiges Problem hat: Ihr Bestand passt nicht mehr zu der Größe des Lebensraums, der den Tieren zur Verfügung steht. Durch die Ausbreitung des Menschen bis weit in entlegene Gegenden hinein wird dem Mustang immer mehr an Weidefläche genommen. Von den noch frei lebenden 58.000 Tieren hätten genau genommen nur 27.000 davon Platz auf den vorhandenen Flächen – ein verheerender Zustand! Deshalb werden seit den 70er Jahren Wildpferde eingefangen, in Auffangstationen untergebracht und an Privatpersonen vermittelt. Seit etwa 10 Jahren veranstaltet die Mustang Heritage Foundation in den USA nun das „Extrem Mustang Makeover“, das auf die Situation der Mustangs aufmerksam machen soll. American Mustang Germany hat dieses Konzept nun nach Deutschland geholt, um auch hier auf die Problematik hinzuweisen und deutsche Pferdeliebhaber dazu zu bringen, sich auch einen Mustang aus den USA zuzulegen. Je nach Wünsche der Kunden werden dann Tiere aus den Auffangstationen ausgesucht und von Trainern in den USA auf den Transport nach Europa vorbereitet.

In Auffangstationen werden die Mustangs zunächst betreut.

Ein fairer Wettbewerb

So lief er ab

Für das Mustang Makeover wurden 20 Mustangs nach Deutschland gebracht, von denen 16 dann an Trainer verlost werden – reines Zufallsprinzip!
Die Trainer hatten ab diesem Zeitpunkt dann 90 Tage Zeit, um ihren Mustang auf den Wettbewerb vorzubereiten. Der Fokus lag dabei auf einer artgerechten, zwanglosen Ausbildung, die zu Harmonie und Vertrautheit führen sollte – nicht auf bestimmten Lektionen oder Manövern.

Zwar waren bestimmte Aufgaben am Wettbewerb zu erfüllen (zwei Pflichtaufgaben, eine Kür und das Finale), doch der Sieger musste nicht zwangsläufig das Paar mit der perfektesten Ausführung sein – in erster Linie wurden Vertrauen und Harmonie bewertet. Wer wollte, konnte sogar vom Boden aus arbeiten wie Parelli-Instruktorin Silke Vallentin oder Birger Gieseke, denen sich aufgrund der aufregenden Kulisse sogar noch andere Trainer anschlossen. Im Anschluss konnten die ausgebildeten Pferde von Interessenten ersteigert werden – was jedoch nicht bei jedem Pferd geschah. Ein paar der Mustangs hatten das Herz ihrer Trainer erobert und wurden von diesen kurzerhand selbst ersteigert – was für ein Finale!

Neben dem reinen Wettbewerb gab es auf dem Gelände jedoch noch allerhand mehr zu bestaunen, wenn man denn wollte. Auch Trainer, die nicht an der Challenge teilnahmen zeigten ihr Können, was jedoch teilweise unterging. Denn deren Vorführzeit war manchmal so geplant, dass sie gleichzeitig zu einer Prüfung der Mustangs in der großen Arena stattfand, sodass kaum Zuschauer vorbeikamen. Nichtsdestotrotz konnte man viele andere Vorführungen bestaunen, die bunt gemischt das Publikum begeisterten: Von der Working Equitation, Dülmener Wildpferden, Klassischer Handarbeit oder auch Western meets Classic – eigentlich war von allem was dabei. Ein gelungenes Event, das viele Menschen begeisterte – und dessen Ecken und Kanten sicher im nächsten Jahr ausgebessert sind.

Die Trainer

Folgende Pferdetrainer haben einen Mustang ausgebildet: Bernd Hackl, Sandra Schneider, Ernst-Peter Frey, Luuk Teunissen, Silke Vallentin, Andrea Bethge, Vivian Gabor, Maja Hegge, Thomas Günther, Birger Gieseke, Svea Kreinberg, Sebastian Nolewajka, Erich Busch, Yvonne Gutsche, Tanja Riedinger und Cathleen Trudrung.

Die Organisatoren

American Mustang Germany

American Mustang Germany ist eine Organisation, die von Silke und Michael Strussione geleitet wird. Die beiden Mustangliebhaber sind selbst Halter von mehreren dieser Pferde und unterstützen Interessenten bei der Auswahl und dem Transport von Mustangs nach Deutschland. Dafür arbeiten sie eng mit den Verantwortlichen vor Ort bei den Auffangstationen sowie den amerikanischen Trainern zusammen, die die Tiere auf den Transport vorbereiten.