Wir bauen einen Paddock Trail – ein Selbstversuch Teil 4/10

Die bisher größte Herausforderung im Zusammenhang mit dem Bau des Paddock Trails bestand nun darin, das Wegenetz Gras-frei zu bekommen.

Das Projekt Paddock Trail

Mit den nachfolgenden Beiträgen erfolgt in regelmäßigen Abständen eine Dokumentation über die Konzeption und die Entwicklung eines Paddock Trails im Rahmen eines Selbstversuchs. Das „Projekt Paddock Trail“ wird dabei unter verschiedenen Aspekten beleuchtet:

Die Umsetzung: Großkampftag mit Fräse & Co.

Die bisher größte Herausforderung im Zusammenhang mit dem Bau des Paddock Trails bestand nun darin, das Wegenetz Gras-frei zu bekommen – zumal aufgrund der dann doch eher geringen Größe des Grundstücks und der geringen Breite der Wege (sprich: der zu bearbeitenden Fläche) heutzutage nicht mehr viele landwirtschaftliche Maschinen zum Einsatz kommen können. Die üblicherweise verwendeten „Monstermaschinen“ hätten bereits bei einer einzigen Wendung die komplette Grasnarbe mit einem einzigen Hinterrad abgezogen – wenn sie denn überhaupt durch die Grundstückseinfahrt gepasst hätten.
Aber unabhängig davon – mit einem Pflug würde das Erdreich zu tief umgegraben, eine Egge wiederum würde vermutlich an den aufgrund der Grasnarbe schon stark verfestigten Bodenverhältnissen scheitern. Konventionelle Motorhacken für den „Heimgebrauch“ sind ebenfalls viel zu schwach in der Leistung.

Eine Fräse schien daher die beste Lösung. Leider gab es im Ort keinen (bekannten) Landwirt mehr, der über ein solches Gerät zum Anhängen an einen Traktor verfügt. Schließlich wurden wir bei einem Maschinenverleih fündig – und konnten die Motorfräse noch am gleichen Tag ausleihen.
Drei Stunden mussten allein für das der Wiese investiert werden. Vorab wurde mittels Aufsitzmulcher und Balkenmäher über ein vergleichbares Zeitfenster die komplette Weide zum zweiten Mal bearbeitet – denn das Grünzeug hatte in der Zwischenzeit erneut einen phänomenalen Wachstumsschub hingelegt. Der anschließend dabei zum Vorschein kommende „Polorasen“ war fast zu schade, um ihn mit der Fräse zu bearbeiten. Aber wir haben ja (leider) keine Polo-Ponies, obwohl diese Sportart durchaus seinen Reiz ausübt. Mit dem Ungetüm von einer Motorfräse – dem großen Bruder der Motorhacke – konnte man nun mühelos (aber bei weitem nicht Lärm-frei!) bis zu 20 Zentimeter tief ins Erdreich schaufeln. Die Wahrscheinlichkeit, bei diesem Vorgang von einer Schnecke überholt zu werden, liegt allerdings vermutlich bei bis zu 90 Prozent – das Wort „Entschleunigung“ bekommt nun nach der Arbeit mit der Fräse eine ganz neue Bedeutung!
Nachdem nun der Boden weitestgehend präpariert ist, werden jetzt in einem weiteren Arbeitsschritt die Zäune gesetzt. Darüber hinaus soll im Innenbereich eine Stromversorgung sichergestellt werden. Letzteres wird voraussichtlich mittels eines Erdkabels realisiert, welches den Track in der Nähe des Netzgerätes quert. Dafür muss an dieser Stelle ein kleiner Erdaushub vorgenommen und das Kabel im Boden sicher verlegt werden. Auf diese Weise kann auf ein weiteres Weidezaungerät verzichtet werden – denn die Außenumzäunung steht ja bereits unter Strom.