Wunderschön, aber giftig: Roter Fingerhut

Roter Fingerhut – purpurrotes Gift für Pferde.

Aussehen und Vorkommen

Der Rote Fingerhut (lat.: Digitalis purpurea) gehört zur Familie der Wegerichgewächse.
Er ist verbreitet in lichten Wäldern, Waldschlägen und Gebirgslagen in West- und Mitteleuropa sowie als Zierpflanze in heimischen Gärten.

Die zweijährige Pflanze wächst bevorzugt auf sandigem, stickstoffhaltigem Lehmboden und ist dabei kalkmeidend. Mit einer Höhe von 40 bis 120 Zentimetern kann sie eine durchaus beachtliche Größe aufweisen. Die Stengelblätter des Roten Fingerhuts wachsen eilanzettlich. Die purpurroten, glockenförmigen Blüten werden zwischen vier und fünf Zentimetern lang. Sie sind bauchglockig und in einseitswendigen Trauben angeordnet. Die Form der Blüten gab der Pflanze ihren Namen, sie ähneln deutlich einem Fingerhut des Nähhandwerks. Die Blütezeit ist von Juni bis August.

Giftige Teile

Die Giftpflanze des Jahres 2007 ist, wie alle anderen Fingerhutarten, in allen Pflanzenteilen sehr stark giftig – auch für Pferde! Bereits 25 Gramm der getrockneten und 100 bis 200 Gramm der frischen Blätter sind für die Vierbeiner letal!

Symptome

Blutiger Durchfall und Kolik zählen zu den typischen Vergiftungssymptomen, die Pulsfrequenz ist vermindert. Benommenheit und ein taumelnder Gang sind weitere Merkmale einer Intoxikation. Der Blutdruck steigt, und Herzrhythmusstörungen sind bei starken Vergiftungen zumeist die Folge. Der Tod kann durch Herzstillstand eintreten.
In der Heilmedizin erzielt der Fingerhut besondere Bekanntheit durch seine Digitaliswirkstoffe, die als Herzmittel den Herzschlag beeinflussen und stärken. Eine exakte Dosierung mit Digitalis ist allerdings nicht ganz einfach, da die Grenze zwischen heilender und tödlicher Dosierung sehr eng liegt.

Der Rote Fingerhut kann sehr groß werden.