Arthrose beim Pferd – (k)ein unabänderliches Schicksal?!

Der richtige Umgang mit der chronischen Erkrankung

Wissen Sie, wie es um die Gelenke Ihres Pferdes steht? Als Pferdehalter sollten Sie sich darüber nicht erst mit zunehmendem Alter Ihres Vierbeiners Gedanken machen; denn die chronische Gelenkerkrankung Arthrose kann nicht nur als altersbedingte Abnutzungserscheinung auftreten, sondern auch durch vorangegangene, nicht richtig ausgeheilte Verletzungen des Bewegungsapparates entstehen. Da die Zerstörung des Gelenkknorpels unwiderruflich ist, ist eine möglichst frühe Diagnose umso wichtiger – eine entsprechende Therapie kann das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder zumindest verzögern und die Lebensqualität möglichst lange erhalten.

In der Abbildung sehen Sie die Darstellung eines gesunden Gelenks.

Arthrose beim Pferd ist nach wie vor eine Schreckensnachricht für jeden Halter, denn so gut die Krankheit inzwischen auch erforscht ist – heilbar ist sie noch immer nicht. Der chronischen Gelenkerkrankung liegt beim Pferd häufig ein Trauma des Bewegungsapparates zugrunde, wie etwa eine Gelenkfraktur, gerissene Bänder oder verletzte Menisken. Heilt eine daraus resultierende Gelenkentzündung nicht richtig aus, kann diese in ein chronisches Stadium übergehen und zu Arthrose führen. Arthrose kann sich aber auch in Folge einer übermäßigen Abnutzung des Gelenkknorpels durch eine zu frühe, zu starke oder falsche Belastung des Pferdes entwickeln. Darüber hinaus kommen auch Gelenkfehlstellungen und altersbedingte Abnutzungserscheinungen als Ursache in Frage.
Auch wenn die Arthrose am Gelenkknorpel beginnt, zieht sie in ihrem Verlauf das gesamte „Organ Gelenk“ in Mitleidenschaft: Nicht nur der Gelenkknorpel wird durch die entzündlichen Veränderungen unwiderruflich zerstört – auch der darunterliegende Knochen, die Gelenkkapsel sowie Bänder, Sehnen und Muskeln sind dann davon betroffen. Dies geht mit zunehmenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher, die sich in eine chronische Lahmheit auswachsen und damit die Lebensqualität drastisch einschränken können.

Umso wichtiger ist es, die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen, denn eine frühzeitige und geeignete Therapie kann den Krankheitsverlauf aufhalten oder zumindest verzögern.

Die Krux: Der Beginn der Erkrankung wird aufgrund des schleichenden Prozesses oftmals übersehen. Pferdehalter sollten daher bei ersten Anzeichen einer Arthrose aufmerksam werden: Bewegungsstörungen, Lahmheit, stumpfer und unfreier Gang sowie das sogenannte Einlaufen, also ein recht starkes Lahmen zu Beginn der Bewegung, die sich nach einer gewissen Bewegungsphase bessert, sind Anlass für eine möglichst rasche Untersuchung durch den Tierarzt.

Mittels einer optischen Begutachtung, gründlichem Abtasten, einer Lahmheitsuntersuchung sowie bildgebenden Verfahren wie Röntgen kann der Tierarzt eine genaue Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten.

Da die Behandlung in der Regel für den Rest des Lebens notwendig ist, muss diese hohe Anforderungen erfüllen:

Sie soll Schmerzen zuverlässig lindern, den Krankheitsverlauf möglichst verlangsamen sowie gut verträglich und einfach anzuwenden sein. Gleichzeitig sollte die Therapie ein gutes Nebenwirkungsprofil und möglichst keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufweisen. Biologische Arzneimittel können hier gute Dienste leisten – fragen Sie Ihren Tierarzt nach den Möglichkeiten der biologischen Therapie.

Gut zu wissen:

Regelmäßige Bewegung ist wichtig – auch und gerade bei Arthrose!

Auch wenn der Vierbeiner Bewegung oftmals meidet, um dabei auftretende Schmerzen zu verhindern, ist es notwendig, die Gelenke zwar moderat, aber regelmäßig zu belasten. Nur so wird der Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt, was einem fortschreitenden Verschleiß entgegenwirkt.

Weitere Informationen zur Gesundheit von Pferden finden Sie unter www.vetepedia.de

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