Die Skala der Ausbildung: die Losgelassenheit

Punkt 2 der klassischen Ausbildungsskala.

An zweiter Stelle der Ausbildungsskala steht die Losgelassenheit. Diese soll nicht nur beim Aufwärmen eine Rolle spielen, sondern sich durch alle Stadien einer Reitstunde und der gesamten Ausbildung ziehen.

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  • Die Skala der Ausbildung – die Losgelassenheit
  • das sagen unsere Trainer zur Losgelassenheit (inkl. Film):
  • Sabine Ellinger, Dressurreiterin,
  • Ernst-Peter Frey, Westernreiter.

Die Skala der Ausbildung

Die Losgelassenheit

Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass Losgelassenheit nicht bedeutet, dass das Pferd körperlich komplett entspannt ist – eine positive Anspannung ist durchaus nötig, damit das Pferd aktiv bleibt. Vielmehr ist Losgelassenheit gekennzeichnet durch im Wechsel an- und entspannte Muskeln, die nicht VERspannt sind. Eine Verspannung geht immer mit harter und/oder schmerzender Muskulatur einher, was wiederum nicht für losgelassenes Reiten förderlich ist. Dasselbe gilt auch für die innere Losgelassenheit – ein Pferd, welches sich wohl fühlt in allen Ehren, es sollte trotzdem insofern „auf Empfang“ sein, dass es sofort auf die Reiterhilfen reagiert.
Diese körperliche und geistige Losgelassenheit muss in jeder Reiteinheit, jeder Lektion und in jedem Ausbildungsstand durchgängig erhalten bleiben, damit eine sinnvolle Gymnastizierung möglich ist. Denn: Nur wenn die Muskeln sich abwechselnd an- und entspannen, werden sie gut durchblutet, was wiederum zu einem besseren Wachstum beiträgt. Verspannte Muskeln dagegen können durch die geringere Aktivität nicht gut mit Blut versorgt werden, wodurch sie sich sogar zurückbilden können. Natürlich passiert es immer wieder, dass Pferde sich fest machen oder erschrecken – in solchen Fällen muss der gute Reiter dann versuchen, wieder einen losgelassenen Zustand herzustellen.
Zudem ist es bei Pferden (und auch bei Reitern) so, dass sie zu Anfang einer Einheit noch nicht losgelassen gehen können, also einfach noch nicht warm sind. Dafür gibt es eine Vielzahl an lösenden Übungen, die Reiter und Pferd auf Betriebstemperatur bringen – seien es ein Ritt durch’s Gelände, Übergänge oder Seitengänge. Meist merkt man nach wenigen Reiteinheiten, wie sich das Pferd am besten lockert und auf die Arbeit einstellen kann.

„Die Losgelassenheit ist gekennzeichnet durch regelmäßiges An- und Entspannen der Muskulatur, setzt Zwanglosigkeit voraus und beinhaltet innere Gelassenheit.“

(Richtlinien für Reiten und Fahren. Band 1: Grundausbildung für Reiter und Pferd, S. 225)

Entspanntes Aufwärmen fördert auch die psychische Losgelassenheit in der Arbeitsphase bei Pferd und Reiter.

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