In der Klassischen Dressur geht’s darum, aus jedem Pferd das Beste herauszuholen, angepasst auf individuelle Probleme. Denn: Die Dressur ist für’s Pferd da und nicht umgekehrt.

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Für jedes Pferd die richtige Strategie

▶ | In der Klassischen Dressur geht’s darum, aus jedem Pferd das Beste herauszuholen, angepasst auf individuelle Probleme. Denn: Die Dressur ist für’s Pferd da und nicht umgekehrt.

Das gibt es hier für dich

Dressurunterricht

Ein Trainer, 5 Pferde, 5 Reiterinnen: In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie Trainer Christoph Ackermann Pferde mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen arbeitet. Ob ausgemustertes Springpferd, Haflinger, ein Pony mit Zungenfehler, eine sensible Stute oder ein fortgeschrittenes Pferd auf dem Weg zur nächsten Ausbildungsstufe – sie alle werden im Unterricht mit einem durchdachten System gefördert.

Wie sieht gutes Pferdetraining aus?

Wir sind zu Besuch bei Christoph Ackermann, Reitlehrer, Turnierreiter und Ausbilder in Bayern (Hintergründe etc. findest du in diesem Artikel). Als Schüler von Egon von Neindorff ist er geprägt von der deutschen klassischen Dressurreiterei und gibt diese sowohl an sein Pferd Scirocco wie auch an seine Schüler/innen weiter. Heute steht Unterricht auf dem Programm: Fünf Pferde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mit ihren Reiterinnen, die ebenfalls unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen. Wir sind gespannt – als erfahrener Reiter hat Christoph Ackermann sicher einen riesigen Werkzeugkasten voller Strategien und Methoden, um das Beste aus Pferd & Reiter heraus zu kitzeln. Während den Reitstunden tritt so langsam aber sicher leichte Verwunderung ein, denn alle Pferde werden ziemlich ähnlich gearbeitet. Als wir näher darüber nachdenken wird es uns klar:

Gutes Pferdetraining macht nicht nur aus, dass man für jedes Problem eine (oder am besten mehrere) Lösung hat, sondern Probleme von vornherein zu vermeiden.

Im Unterricht legt Christoph Ackermann enormen Wert auf Basics wie Zügelhilfen, korrigiert ständig den Sitz und erklärt immer wieder, dass das Pferd nur dann seine Aufgabe gut lösen kann, wenn der Reiter die Hilfen richtig gibt und das Pferd nicht stört.

Egal ob das Pferd zu heiß oder eher faul ist, durch gefühlvolle Zügelhilfen bleibt das Pferd leicht in dem vorgegebenen Rahmen, ohne ausgebremst zu werden. Dasselbe gilt für jede andere Hilfe – konsequente, liebevolle und gut platzierte Hilfen helfen dem Pferd (wie der Name schon sagt), die beste Kopfposition, die richtige Geschwindigkeit oder eine geeignete Kreislinie zu finden, es in Balance zu bringen. Dadurch wird die Arbeit für das Pferd angenehm, es hat Erfolg und kann sich körperlich sowie psychisch loslassen, wodurch andere Probleme gar nicht erst auftreten oder immer weiter nachlassen. Pferdetraining braucht also nicht zwangsweise für alles eine eigene Strategie: Gutes Reiten reicht!

Melanie & Rubi

Dieses Paar hat so weit keine größeren Baustellen zu meistern, möchte sich jedoch weiterhin verbessern. Die beiden gehen gerne gemeinsam auf’s Turnier (A & L-Dressur) und feilen nun an den Feinheiten.

Nina & Fräulein Wunder

Diese beiden arbeiten viel an einer weichen und steten Zügelverbindung, da Fräulein Wunder einen Zungenfehler hat. Das bedeutet, dass sie immer wieder die Zunge seitlich aus dem Maul streckt, was Pferde meist dann tun, wenn sie sich dem Druck des Gebisses entziehen wollen. Aber Nina arbeitet hart an sich – sodass wir am Unterrichtstag die Zunge gar nicht zu sehen bekommen 🙂

Sybille & Smilla

Smilla ist in ihrer Ausbildung schon fortgeschritten und versucht sich nun an den ersten Piaffetritten. Sybille reitet sie dafür vorher gut warm und stellt sie auf die Hilfen ein.

Vanessa & Theo

…sind erst zum dritten Mal miteinander in der Reitbahn unterwegs. Theo kommt ursprünglich aus dem Springsport, wurde aber so verdorben, dass er nun nicht mehr gerne springt und Probleme in der Anlehnung hat.

Ines & Resi

Resi ist eine skeptische, schmale Stute, die viel Zuspruch braucht. Gemeinsam mit Christoph Ackermann bringt Ines sie nun immer mehr dazu, sich fallenzulassen und gleichmäßig, locker, ausbalanciert zu gehen.