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Mustang – der wilde Amerikaner

Mustangs sind wilde Pferde, die in den Weiten Amerikas leben.

Wer es besonders exotisch mag, ist beim Mustang genau richtig: Diese Rasse ist hauptsächlich im wilden Herdenverband in der Natur Amerikas zu finden und zählt immer mehr zu den bedrohten Arten. Wer allerdings einen Mustang sein eigen nennen darf, will meist keine andere Rasse mehr, da sich die Tiere trotz ihrer Herkunft besonders an den Menschen anschließen.

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  • Steckbrief,
  • Ursprung der Rasse,
  • Charakter und Körperbau,
  • Einsatzgebiete,
  • Möglichkeiten des Erwerbs,
  • darauf ist beim Kauf zu achten.
Steckbrief Vorlage 1206**

Ursprung der Rasse

Die Benennung „Mustang“ bezieht sich auf die wild lebenden Pferde in den Weiten Nordamerikas. Diese Pferde sind allerdings eigentlich keine eigenständige Rasse, sondern setzen sich aus den verschiedenen Pferderassen zusammen, die mit den spanischen Siedlern von Europa in die Neue Welt gekommen sind – denn vorher gab es in Amerika gar keine Pferde! Ab und zu verloren die Siedler Pferde weil diese ausbüxten oder durch andere Umstände, wie kleinere Kriege und Scharmützel, in die Wildnis gelangten. Diese Pferde vermehrten sich nun – so entstand letztendlich die Rasse der Mustangs. Schließlich entdeckten die Indianer die wilden Pferde und fingen immer wieder einige davon ein, um sie als Reit- und Nutztiere zu verwenden.
Durch wenige Fressfeinde und eine Menge Weidefläche in der Natur Nordamerikas konnten sich die Mustangs ohne Probleme entwickeln und fortpflanzen, was um 1900 zum Problem wurde: Die Population war ungefähr auf 2 Millionen Tiere angewachsen und stellte für die Farmer und Viehzüchter eine ernstzunehmende Gefahr in Bezug auf das Weideland dar. Deshalb wurden die Pferde gejagt, vor allem für die Fleischgewinnung. Ende der 60er Jahre lebten nur noch ca. 18.000 Tiere in der Wildbahn. Um auf dieser drastischen Reduzierung entgegen zu wirken, werden seit den 70er Jahren vom Bureau of Landmanagement (BLM) jedes Jahr Mustangs eingefangen, an Menschen gewöhnt und an Privatpersonen vermittelt.

Zudem findet seit einigen Jahren in den USA der „Extrem Mustang Makeover“ statt, bei dem Mustangs an verschiedene Trainer abgegeben werden, die diese in 90 Tagen ausbilden müssen. Diese Art des Wettbewerbs ist nun auch nach Deutschland importiert worden, mehr dazu hier.

Charakter und Körperbau

So tickt der Mustang

Was den Mustang besonders ausmacht, ist sein extrem ausgeprägtes Sozialverhalten. Dadurch, dass die Tiere noch in der Natur im Herdenverband groß geworden sind, ohne Einflüsse durch den Menschen, schließen und vertrauen sie sich durchaus gerne an, zudem ergeben sich keine Probleme mit zukünftigen Kumpels auf der Koppel. Obwohl das Pferd als Fluchttier geprägt ist, ist diese Eigenschaft beim Mustang nicht in extremen Auswüchsen zu finden, denn: Das Leben mit knappem Nahrungsangebot in der Natur hat sie gelehrt, zuerst genau nachzuschauen, bevor geflüchtet wird, sonst würden die Tiere zu viel Energie verschwenden. So ist ein Mustang meist ein unerschrockenes, vertrauensvolles, intelligentes Pferd, das die Liebhaber begeistert.

Das Exterieur

Durch die in der Natur übliche natürliche Selektion überleben nur die stärksten Pferde – so auch bei den Mustangs. Die Tiere sind extrem zäh und robust, was sich in den geraden Beinen und kleinen, harten Hufen zeigt. Meist befinden sie sich in einem Maß zwischen 140cm und 160cm und sind somit in der richtigen Größe für ein Reitpferd. Der Körper definiert sich meist durch einen mittellangen Rücken, einer rundlichen Kruppe und geschmeidige Bewegungen. Farblich sind alle Varianten in ihrer ganzen Vielfalt zu finden – vom Overo-Schecken bis hin zum Cremello.

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Der schwarze Mustanghengst von Silke Strussione.
Der schwarze Mustanghengst von Silke Strussione.

Einsatzgebiete

Mustangs werden vor allem im Western-/Freizeitbereich eingesetzt. Darüberhinaus findet man die Pferde vor allem in den USA in der Vielseitigkeit, Distanz und Dressur. Da sie allerdings nicht auf eine bestimmte Sportart bzw. Leistung hin gezüchtet werden, ist ihr Einsatz natürlich frei wählbar, denn je nach Veranlagung bringen die Tiere ganz unterschiedliche Talente mit.

ZEUS the Mustang mit seiner Reiterin Jamie Massey Jennings. © American Mustang Germany
ZEUS the Mustang mit seiner Reiterin Jamie Massey Jennings. © American Mustang Germany

Möglichkeiten des Erwerbs

So kommt man zum Mustang

Um an einen Mustang zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Kauf von Privat
2. Adoption durch einen Amerikaner
3. Vermittlung von Pferden, die ihr Adoptionsjahr schon hinter sich haben

1. Kauf von Privat

Privat kann man einen Mustang in Deutschland sehr selten kaufen – wer einen besitzt, gibt in meist nicht mehr her.

2. Adoption durch einen Amerikaner

Nur amerikanische Staatsbürger haben das Recht, einen Mustang aus einer Auffangstation vom BLM zu adoptieren. Wer als Deutscher einen Mustang kaufen möchte, muss dies über einen ausgewählten Trainer tun, der die Mustangs an Menschen gewöhnt und sie trainiert. Diesen Zeitraum nennt man Adoptionsjahr und müssen über einen amerikanischen Staatsbürger adoptiert werden. Dies wird beispielsweise von American Mustang Germany angeboten, die mit namhaften amerikanischen Trainern zusammen arbeiten und Pferde nach diesem Jahr Deutschland bringen.

3. Vermittlung von Pferden, die ihr Adoptionsjahr schon hinter sich haben

Ausreisefertige Pferde aus den USA werden meist von Privatleuten verkauft. Hier weiß man natürlich nicht, was die Pferde schon erlebt haben – eine Rückgabe kommt meist nicht infrage, da die Kosten des Imports sehr hoch sind. Außerdem gibt es Pferde, die schon 3 Mal nicht an die „Adoptiveltern“ vermittelt wurden und deshalb neu verkauft werden.

So ein Brandzeichen hat jeder Mustang, der in einer staatlichen Auffangstation Papiere bekommen hat.
So ein Brandzeichen hat jeder Mustang, der in einer staatlichen Auffangstation Papiere bekommen hat.

Darauf muss beim Kauf geachtet werden

Wie beim Verkauf und Handel mit jeder Tierart, gibt es auch beim Mustang „schwarze Schafe“. Es ist dringend darauf zu achten, dass das Tier einen Brand des BLM auf der linken Halsseite sowie Registrationspapiere besitzt. Nur dann kann man sicher sein, dass der Mustang aus einer staatlichen Auffangstation kommt, in Freiheit geboren ist – und keinen Weideunfall von Nachbars Koppel.

Mehr Informationen

Wenn Sie sich mehr über Mustangs oder sogar einen Kauf bzw. Import informieren möchten, können Sie sich an American Mustang Germany wenden.