Reiten lernen als Späteinsteiger

Wir zeigen Ihnen welche unterschiedlichen Angebote es für erwachsene Reitanfänger gibt und wie Sie einen geeigneten Reitbetrieb finden.

Den Traum reiten zu lernen, haben nicht nur kleine Mädchen und Jungen, sondern auch immer mehr Jugendliche und Erwachsene. Entweder ist es der Wunsch nach Abwechslung vom Alltag, die Nähe zu Tieren und der Natur oder ein unerfüllter Jugend- und Kindheitstraum, der Spät- und Wiedereinsteiger in den Sattel lockt.

Immer mehr Erwachsene erfüllen ihren Kindheitstraum und nehmen an Anfänger Reitkursen teil.

Da Erwachsene anders lernen und meistens auch länger brauchen, um die komplexen Bewegungsabläufe des Reitens zu beherrschen, werden immer mehr Anfänger-Reitkurse angeboten, die sich gezielt an Erwachsene richten.
Und der Markt und die Nachfrage sind groß: Allein in Deutschland geht man von insgesamt 1,5 Millionen aktiven Reitern aus – davon sind rund 730000 Mitglieder in Reitvereinen. Dazu kommen noch 11 Millionen Pferdesport-Interessierte und 1,1 Millionen Deutsche, die sich vorstellen können, aktiv zu reiten. Dies hat eine Umfrage des Markforschungsunternehmens IPSOS ergeben.


Das erwartet Sie in dem Artikel:

  • Sie erfahren, warum Erwachsene anders lernen als Kinder
  • Unterschiedliche Kursmodelle für Späteinsteiger
  • Wie Sie einen geeigneten Reitstall finden

Warum lernen Erwachsene anders als Kinder?

Angst und Respekt, komplexe Bewegungsabläufe

Im Gegensatz zu Kindern fällt es Erwachsenen meist sehr schwer sich auf die Bewegungsabläufe von Pferden einzulassen. Die dafür erforderliche Anspannung und Lockerheit im Körper bringen Späteinsteiger nicht automatisch mit. Dies muss sich erst noch entwickeln – und das kann sehr lange dauern. Umso wichtiger ist es daher, dass Erwachsene viel Zeit und Geduld mitbringen.
Außerdem denken erwachsene Reitanfänger tendenziell zu viel nach und blockieren sich dadurch. Kinder lernen dagegen intuitiv und viel durch Nachahmung. Außerdem fällt es Kindern sehr leicht, sich im Rhythmus der Pferde zu bewegen.
Bei erwachsenen Reitanfängern spielt meistens auch das Thema Angst eine große Rolle. Von der Unbekümmertheit und Sorglosigkeit der Kinder, die schon in ihrer zweiten Reitstunde galoppieren – davon sind Späteinsteiger meist weit entfernt.

Späteinsteiger wirken im Sattel oftmals unbeholfen.

Sie haben Angst vom Pferd zu fallen und häufig auch großen Respekt vor den Tieren. Daher ist es wichtig, dass Erwachsene in kleinen Schritten an das Reiten herangeführt werden. Oftmals hilft es auch, wenn die Trainer Übungen direkt am Pferd zeigen und vorreiten.
Dazu kommt, dass Erwachsene meistens sehr wissbegierig sind und mehr über die Hintergründe des Reitens erfahren wollen und auch Informationen rund um das Pferd (Verhalten, Anatomie, Gesundheit) erwarten.

Ihnen geht es nicht nur um das Reiten an sich, sondern sie möchten auch das natürliche Verhalten von Pferden verstehen.
Aufgrund dieser Unterschiede sollten Erwachsene nach einem anderen Ausbildungskonzept unterrichtet werden als Kinder und Jugendliche.

Unterschiedliche Kursmodelle für Späteinsteiger

Reiterferien und regelmäßiger Reitunterricht

Die Angebote für erwachsene Reitanfänger nehmen zu.

Während der Turniersport in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist (2011 zählte man 100.000 Turnierreiter), nimmt die Anzahl der Jugendlichen und Erwachsenen, die das Reiten in ihrer Freizeit betreiben, weiterhin zu. Auch so genannte Späteinsteiger, die ihren Kindheitstraum erfüllen möchten, und mit über 30 mit dem Reiten beginnen wollen, gibt es immer häufiger. Eine weitere wachsende Gruppe in der Reitszene sind die Senioren. Die neue Generation der Rentner – meistens körperlich fit und jung geblieben – sucht in ihrer zweiten Lebenshälfte nach einer sportlichen Betätigung oder neuen Aufgabe – und da erscheint das Reiten genau das Richtige zu sein.
Sogar die FN, die sich bisher ausschließlich auf den Turniersport konzentriert hat, geht nun auch verstärkt auf die Freizeitreiter und Spät- und Wiedereinsteiger ein.

2005 hat die reiterliche Vereinigung zusammen mit 11 Reibetrieben ein neues Projekt initiiert, mit dem Ziel spezielle Reitkurse für erwachsene Reitanfänger anzubieten. Die Nachfrage war so groß, dass viele andere Reitschulen nachgezogen sind. Besonders häufig zu finden, sind so genannte Reiterferien für Erwachsene.

In einer Woche oder einem verlängerten Wochenende bekommen Späteinsteiger hier die wichtigsten Grundlagen des Reitens vermittelt. Es ist wie eine Art Schnupperkurs zu sehen, bei dem die Teilnehmer herausfinden können, ob ihnen das Reiten Spaß macht und ob sie dabei bleiben wollen.

Bei diesen Intensiv Kursen gibt es unterschiedliche Konzepte – einige Reitbetriebe bieten neben der Praxis auch kurze Theorieeinheiten an, in denen der wissbegierige Späteinsteiger auch mehr über die Verhaltensweisen von Pferden, die Körpersprache, die Zäumung, die Biomechanik von Pferden und über unterschiedliche Reitweisen etc. erfahren kann.
Pionierin auf diesem Gebiet ist die bekannte Autorin Ursula Bruns, die zusammen mit der Erwachsenen Pädagogin Inge Behr schon in den 70er Jahren ein ausgeklügeltes Ausbildungskonzept für erwachsene Reitanfänger entwickelt hat. Daraus entstanden ist der bekannte Intensiv Grundkurs, der noch heute mehrmals im Jahr im FS Reitzentrum Reken angeboten wird. Über das erfolgreiche Rekener Konzept und die so genannte Bruns-Behr Methode werden Sie in einem gesonderten Artikel noch genauer informiert.

Neben den Intensiv und Schnupper-Reitkursen, die zum Großteil in den Ferien statt finden, gibt es mittlerweile auch eine Reihe an Reitschulen und kleineren Reitbetrieben, die regelmäßigen Reitunterricht für Erwachsene anbieten.

Kontinuierliches Training ist wichtig, damit der Reitschüler die komplexen Bewegungsabläufe verinnerlichen und sich beim Reiten verbessern kann. Experten raten mindestens eine Reitstunde in der Woche zu nehmen.

Einige Reitschulen wie z.B das FS Reitzentrum Reken bieten für Späteinsteiger auch Theorieeinheiten an.

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