Filz-Satteldecke im Test

Wie schlägt sich eine Filz-Satteldecke im Gegensatz zu herkömmlichen Satteldecken?

Filz ist eigentlich ein optimales Material für eine Sattelunterlage – leider haben ihm herkömmliche Schabracken in allen Formen und Farben den Rang abgelaufen. Während vor gar nicht so langer Zeit noch der Woilach als Standard galt, eine mehrfach gefaltete Decke aus Wolle, verwenden die meisten ReiterInnen heutzutage Satteldecken aus Polyester, bei denen es vor allem auf die Optik ankommt. Wolle auf dem Pferderücken hat jedoch einige Vorteile – auch in Form von Filz! Wir wollen nun herausfinden, ob Filzdecken sowohl in Funktion und Optik punkten können und testen dafür eine Decke der Reitmanufaktur.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

  • Wolle und Filz,
  • die Decken der Reitmanufaktur,
  • unsere Testdecke: Optik und Funktion (inkl. Film),
  • das Testergebnis.

Schaf auf dem Pferderücken

Schaut man in der Geschichte zurück, liegt der Ursprung der deutschen Reiterei in der Kavallerie, also der Armee. Dort wurde viel Wert darauf gelegt, dass die Ausrüstung so konzipiert war, möglichst bequem, praktisch und langlebig zu sein – klar, im Krieg wollte man dabei keine Kompromisse eingehen. So auch bei der Sattelunterlage: Üblicherweise wurde bei der Armee ein Woilach verwendet, ein Wolldecke, die universell einsetzbar war. Wolle hat nämlich viele gute Eigenschaften: Sie trocknet schnell, nimmt wenig Gerüche an (kann z.B. Schweiß chemisch binden, sodass der Geruch sehr lange neutralisiert wird), ist antibakteriell, gleicht Temperaturunterschiede aus und kann bis zu 1/3 ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Auf vielen Pferderücken ist Wolle trotzdem nicht zu finden, denn viele Wolldecken sind eher ungeschickt zu reinigen und auch optisch nicht unbedingt ein Augenschmaus. Da heutzutage die Optik aber eine große Rolle spielt (leider sogar größer als die Funktion), hat Wolle den Sprung in die Reitsportgeschäfte nicht geschafft. Weiterverarbeitet zu Filz sieht es da schon anders aus: Einige Westernpads sind aus Filz gefertigt, das war’s meist aber auch schon. Eigentlich schade, denn (Woll-)Filz hat dieselben Eigenschaften wie die Wolle, aus der er gefertigt wurde, solange keine anderen Materialen untergemischt wurden.

Wollfilz hat viele gute Eigenschaften, die die Reitmanufaktur nutzt.
Die Satteldecke aus Wollfilz lässt sich prima reinigen - wenn's nötig ist auch in der Waschmaschine.

Die Reitmanufaktur

Zuerst in der Textilindustrie tätig, machte Petra Tassaddikari sich 2017 selbstständig und gründete die Reitmanufaktur. Die Reitmanufaktur stellt Filzunterlagen her, die alle positive Eigenschaften von Wolle beinhalten, optisch mithalten können und waschbar sind. Die Palette der Decken geht über jegliche Farben und Verzierungen, Dressur, Springen, VS, Barock, Western und sogar Longierunterlagen oder Steigbügelschoner. Alle Decken sind handgemacht und aus 100% natürlichem Wollfilz gefertigt.

Hier geht’s zur Website:

www.reitmanufaktur.de

Unsere Testdecke

Das Testergebnis

+ Pro:

  • formbeständig
  • trocknet schnell
  • lässt sich gut ausbürsten
  • Optik: elegant und edel
  • dünn, liegt aber trotzdem sehr gut unter dem Sattel
  • kann in der Maschine gewaschen werden
  • individuell, hat sonst keiner

– Kontra:

  • nicht für jeden Reiter erschwinglich – die Testdecke hätte in dieser Ausführung um die 249€ gekostet

Fazit:

Eine Decke der Reitmanufaktur lohnt sich absolut, solange man das nötige Kleingeld dazu hat. Hier werden die tollen Eigenschaften von Wolle endlich mit einer schönen Optik und guten Reinigungsmöglichkeiten kombiniert!

Schlagworte